Laufen am 16.06.2016

Es hatte sich der Gedanke bei mir festgesetzt, dass ich heute morgen um halb sechs loslaufen wollte.

Allerdings musste ich dann beim Getöse des Weckers um 4:50 Uhr feststellen, dass ich und mein Körper überhaupt nicht in der Lage waren aufzustehen, geschweige denn zu laufen.

Ich denke da kam dann doch vieles zusammen. Unser Tag hatte gestern bereits um 1:00 Uhr nachts begonnen, um 4:00 Uhr waren wir am Flughafen Düsseldorf (mein Vater war so lieb und brachte uns dort mitten in der Nacht dorthin – ganz lieben Dank nochmal), um kurz nach 6:00 Uhr hob unser Flieger für 3,5 Stunden nach Kos ab. Der Klimawechsel, zu Hause 13 und hier 31 Grad. Kurz um…ich war völlig k.o.!

So verschiebt sich dann mein ursprünglicher Gedanke auf den Nachmittag. Dann wenns nicht mehr ganz so heiß ist. Denkste!

Nach dem Frühstück haben wir einen wunderschönen Spaziergang zum Nachbarort Mastihari unternommen und ins dort den kleinen Hafen angeschaut.

Gegen 16:00 Uhr (Kos-Zeit ist +1 Stunde zu unserer) startete ich meine Uhr und lief los.

Direkt gegenüber vom Hotel schlängelt sich ein kleiner Pfad in die Gegend, den ich dann auch für meine Laufrunde auswählte. Nach 2-3 kleine Kurven und hinter den von der Straße aus sichtbaren großen Sträuchern neigte sich der Weg nach oben. Nicht viel, aber fast stetig bergauf. Der Untergrund des Weges bestand hauptsächlich nur aus Schotter und Sand, hatte teilweise sehr große Vertiefungen.

Wunderschöne Ausblicke konnte ich wahrnehmen. Mal kurz stehen geblieben und den Blick zurück…herrlich. Die Hügellandschaft im Vordergrund und dahinter das strahlend blaue Meer. Einfach herrlich.

Ab einer gewissen Stelle – ich weiß jetzt nicht mehr wo – da war es so still und ruhig gewesen, irre. So eine Stille kennt man nicht. Nichts zu hören. Selbst die Grashüpfer hatten nicht mehr gezirpt. Ganz beeindruckt genoss ich diese absolute Stille und folgte laufend dem Weg in der ähnlich aussehenden Mondlandschaft.

Man war das heiß! Noch keine 4 Kilometer gelaufen und ich musste mir schon den Schattenplatz suchen. Einige Bäume bieten sich wunderbar dafür an.

So baute ich doch sehr viele Geh- und Stehpausen ein. Das war einfach zu heiß. Von wegen, nachmittags ist es kühler. Haha!!!

Bei 4,7 läutete ich, nachdem ich ich erstmal im Schatten erholt habe, den Heimweg ein. Diesmal aber über die Straße.

Was man einfach wissen muss, hier auf Kos (auf Kreta auch so) gibt es kaum bis keine Gehwege oder der gleichen. Nicht in dem Sinne, wie wir – du und ich – es von zu Hause her kennen. Also geht, in meinem Fall läuft, man auf der Straße. Dies wiederum ist bei uns absolut nicht möglich.

Aber es funktioniert sehr gut. Alle Autofahrer, ob Bus- oder LKW-Fahrer nehmen vorbildlich Rücksicht und halten sehr viel Abstand. Es bleibt zwar ein etwas merkwürdiges Gefühl übrig, wenn man den ganzen entgegenkommenden Verkehr auf seine Seite hat. So ist es nun mal und es nichts passiert.

Eigentlich gut die Idee auf der Straße zurück zu laufen, aber auch schlecht. Denn hier gibt es kaum schattenspendende Bäume.

Das was so verdammt heiß!!!

Der Schweiß stand mir auf den Armen und quoll in in großen Mengen aus allen Poren. Eigentlich nur Nebensache.

Meine Kraft und Ausdauer wurde immer weniger. Stellenweise schnellte auch mein Puls so stark nach oben.

Bei der doch wenig bekannten Temperatur von 31 Grad diese Belastung ist es alles erklärbar und nachvollziehbar. Kein Grund zur Sorge.

So lief ich dann weiter der Straße folgend, durch Serpentinen mit 10% Gefälle (mal guuut, dass ich hier nicht hoch musste), wurde einmal sogar von einem Fahrzeug, welches in gleicher Richtung unterwegs war wie ich , also auf der anderen Spur angehupt. Vielleicht  war es auch ein Läufer?

Ich bildete mir später ein, dass es nicht mehr so sehr heiß war, spürte auch nicht mehr das es etwas windiger geworden ist…

Aber es war dennoch so heiß und ich hatte ab Kilometer 10 irgendwie auch keine Lust mehr gehabt. Wollte Schatten, wollte was zu trinken, wollte aufhören, wollte nicht mehr.

Dann aus dem „Nichts“ sah die Fahnen von unserem Hotel. Das ist eine Wohltat gewesen. Noch ein paar Meter…und Stopp!!!

Nach 14,17 Kilometer und 1:42 stand ich wieder am Hotel und stoppte die Uhr.

Ich war erleichtert. Nicht das es irgendwas an der Temperatur geändert hatte, aber habe es geschafft.

Meine Tribute von Kos und meine Hitzeschlacht habe ich erfolgreich beendet.

Ein paar Eindrücke habe ich auch mitgebracht. Ich bin froh, dass die Bilder nicht dahin schmelzen und du diese sehen kannst 😜

Vielen Dank für dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog.

Ich wünsche dir einen schönen Donnerstagabend und verabschiede mich bis bald, schöne Grüße aus Kos.

der bewegte Jürgen




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