D2D Tag 1/13

Start: 08:29 Uhr
Tageskilometer: 70,59 Kilometer
Tourenkilometer: 70,59 Kilometer
Fahrzeit: 05:50:35
Höhenmeter: 505hm
Etappenziel: Wetter/Wengern

D2D-Challange Tag 1 (24 Grad und Gänsehaut)

Jetzt ist endlich soweit. Meine große Reise beginnt.

Diese Idee mit dem Rad von Duisburg nach Dresden zu fahren habe ich schon sehr lange im Kopf. Eine Zeit nachdem ich damals im Jahre 2012 nach Hamburg mit dem Rad gefahren bin, habe ich einen sehr interessanten Beitrag über den Erbauer der Frauenkirche George Bähr gesehen. Die Kirche ist ja schon mehr als faszinierend, mit diesem Beitrag wurde mir klar…da muss ich auch hin. Einen Zeitpunkt wusste ich damals noch nicht. Es wäre fast letztes Jahr schon gewesen, wenn da nicht mein erster Marathon dazwischen gekommen wäre. Was in keinster Weise negativ zu sehen ist. Denn mein Marathon hat mir meinen sportlichen Horizont dermaßen erweitert. Also kommt meine Radreise nach Dresden dieses Jahr dran. Im November letzten Jahres habe ich bereits mit der Planung für dieses Event begonnen. Die Hotels hatte ich mir herausgesucht und gebucht. Genauso auch das Auto, welches Sylwia, mein Bike und mich wieder nach Hause fährt. Vor 8 Monaten kaufte ich mir noch ein neues Fahrrad für meine Reise. Irgendwann begann ich dann meine Laufschuhe mehr und mehr zur Seite zu stellen und dafür mehr und mehr mit dem Rad zu fahren. Im Juli bin ich dann fast täglich mit dem Rad zu Arbeit gefahren. Geplant war ja eigentlich auch die erste Augustwoche es fortzuführen, allerdings wollte das Wetter mir es nicht gönnen.

Nun beginnt heute meine große Reise. Ich fahre mit Rad nach Dresden. Großes Ziel ist diese Frauenkirche.

Das der Wecker um 04:30 Uhr geklingelt hat, hat nichts gebracht. Eine halbe Stunde später bin ich dann aufgestanden. Im Urlaub kann man sich auch mal ausschlafen.

Sylwia hat backfrische Brötchen zum Frühstück geholt, die dann köstlich mit Käse und Schinken belegt verputzt wurden.

Einige Dinge mussten noch in die Taschen gepackt werden, bevor ich in den Keller ging und mein Bike vorbereiten konnte. Im wahrsten Sinne des Wortes bin ich dann kurz vor acht mit Sack und Pack runter und habe begonnen die Ortlieb’s anzuhängen und zu vertäuen.

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Klappte hervorragend und recht schnell war der Drahtesel beladen und abreisebereit.

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Ich auch.

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Nach der Verabschiedung von meiner lieben Frau radelte ich mit ganz vielen guten Wünschen und dem Bike um halb neun- voll im Zeitplan – raus aus dem Wohnviertel. Mein großer Dank an Dich Sylwia…

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Das Wetter war einfach nur traumhaft und hatte absolut nichts mehr mit dem herbstlichen grau und nass der letzten Tage zu tun. Blauer Himmel, Sonne satt und angenehm warm. Herrlich. So habe ich es mir gewünscht und vorgestellt.

Auf den ersten Metern alles gescheckt, ob die ganze Fracht schön fest sitzt und nichts verrutscht. Ein Blick auf mein Navi verriet mir, dass ich nur schwarz sah! Kein Wunder…hatte ich es doch durch eine gewisse Aufregung und bei der Packaktion vergessen anzuschalten. Noch mal Glück gehabt…ich bin nur knapp 600 Meter ohne gefahren und habe mich auch nicht sonderlich verfahren 🙂

Nach dem kurzen Stopp und der Einrichtung meines elektronischen Wegführer konnte ich meine Reise fortsetzen. Durch einen Teil der Straßen Duisburgs radelte ich mit grober Richtung gen Norden um mich noch von meinen Eltern zu verabschieden. Weitere viele guten Wünsche für meine Reise holte ich mir von meinen Eltern ab. Ganz lieben Dank dafür.

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Meine Reise setzte ich von hier an, mit meiner etwas von der ursprünglichen Idee, fort und fuhr zur Ruhr. Die Idee war eigentlich, dass ich den kompletten Ruhrtalradweg abfahre. Allerdings habe ich im Vorfeld erfahren, dass einige Teilstücke auf dem ersten Bereich des Ruhrtalradweg mit Baustellen und sonstigen Hindernissen versehen ist, so wollte ich dann doch nur eine kürzere Variante davon abfahren. Auf die eventuell am Ende wenigeren Kilometer machen den Kohl dann auch nicht mehr fett.

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Immer schön an der Ruhr entlang mit Richtung Baldeneysee in Essen.

Den wollte ich auf jeden Fall auch noch mitnehmen auf meine großen Reise. Nicht weit vom diesem See entfernt bemerkte ich hinter mir einen Radfahrer. Nach einer gewissen Zeit kam er neben mir gefahren und fragte mich, ob ich wirklich nach Dresden fahren wollte. Mein Schild hinten an der Tasche kann man also gut lesen 🙂 Wir wechselten fahrend ein paar interessante Worte. So erfuhr ich, dass er jetzt in 4 Tagen den kompletten Ruhrtalradweg abfahren wollte. Vor kurzem ist er über 2.000 Kilometer in 3 Wochen geradelt.

Nach ein paar Metern des interessanten Austausches wünschten wir uns unbekannterweise alles Gute für unserer Reisen und er fuhr mit seiner etwas schnelleren Reisegeschwindigkeit vorbei. Vielleicht trifft man sich erneut auf dem Weg, denn schließlich will ich auch zur Ruhrquelle.

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Einige gewisse Zeit später stand der unbekannte Radler am Rand und füllte seine Flüssigkeitsspeicher auf. Wir grüßten uns. Ich fuhr aber weiter.

Gar nicht viele Meter weiter überholte mich ein anderer Mountainbikefahrer mit den Worten „Dann viel Spaß!“ Er hatte auch meine Beschriftung am Heck gelesen. Danke auch hier an den unbekannten Fahrer.

Am Baldeneysee machte ich eine kleine Pause und speiste mein Brötchen auf.

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Wenn man am See an diesen Bänken verweilt, dann kommen allerhand sportlich aktive Menschen vorbei. Sei es Läufer, Fahrradfahrer, Inlinefahrer oder auch Tretrollerfahrer. Schön zu beobachten. Ein vorbeifahrendes Paar auf dem Fahrrad sah auch meine Heck-Eigen-Werbung. Die Frau meinte dann zu Ihrem Mann…“Von Duisburg nach Dresden will der fahren. Da ist der aber noch nicht weit gekommen!“ Stimmt! Und jetzt? Dachte ich mir! Egal…ab da war der Gedanke auch wieder gelöscht, sah auf den See und genoss die tolle Aussicht.

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Kurz vor Langenberg überholte mich ein PKW und der Beifahrer gab mir aus dem geöffneten Seitenfenster Applaus.

Da ist es auch kein Wunder, dass ich bei 24 Grad eine Gänsehaut vor Freude von diesen sehr schönen 3 Begegnungen bekommen habe!!!

Weitere 3 eiserne Menschen standen in Hattingen am Straßenrand so rum. Die haben nichts gesagt 🙂

Bei diesem kleinen Zwischenstopp konnte ich auch direkt mal meine Trinkblase im Rucksack überprüfen. Denn einige Meter zuvor wollte einfach kein Wasser mehr in mein Mund. Stattdessen durfte ich nur Luft aus dem Schlauch ziehen. Die Ursache war zwar nicht gefunden, aber mit einigen Handgriffen das Problemchen gelöst und weiter fuhr nach den Ansagen des Navi. Was ich hierzu mal erwähnen muss. Das Navi Arbeit mehr zuverlässig und genau. Die Naviki-App ist noch 100% perfekt, aber echt auf einen guten Weg dorthin.

Nur an einer einzigen Stelle wollte es mich wohl ärgern. Ich kam da gerade so eine sehr steile Straße hinunter gesaust, die einen Linksbogen ganz eindeutig machte. Geradeaus verlief auch ein Weg. Dieser sah aber für mich nicht so aus, dass ich da sehr weit komme. Es schien mir eher so, wie eine Sackgasse. Also mein Vertrauen auf den elektronischen Helferlein nicht vergessen und folgte im abgebremsten Modus dieser Straße geradeaus. Mit dem Ergebnis das mein Gespür schon richtig war und ich mein Rad dort wieder hochschieben durfte. Beim besten Willen hätte ich da nicht hochfahren können. Somit gibt es heute eine einzige steile Auffahrt, die ich geschoben habe. Waren aber nur wenige Meter. Ganz schön schwer das beladene Rad. Das wurde mir dann jetzt auch erstmal klar.

Oben einen anderen Weg gewählt, der mir auch prompt mit Gemecker „Sie haben die Route verlassen, bitte wenden!“ quittiert wurde. Navi eben! Nach der gefahrene Umgehungsschleife meldete sie sich anscheinend wieder auf Spur zurück und teilte mir – völlig überraschend – mit, dass ich in 65 Metern mein Ziel erreicht habe. So schnell?

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Am Ziel…Hotel Elbschetal…schaute ich mich erstmal um, machte Fotos und war sehr glücklich meine erste Etappe erreicht zu haben. Sehr schön war diese.

Die Anstiege zwischendrin haben es echt in sich gehabt. Aber…ich kann mit stolz berichten, dass ich alle (bis auf die eine) hochgefahren bin. Zwar im sehr langsamen Modus mit 5 km/h, dennoch gefahren.

Der Check-In im Hotel verlief problemlos und schnell. Eine Unterschrift und Schlüssel entgegengenommen. Vorher bekam ich noch die Info, wo ich mein Gefährt unterstellen kann. In einem nicht mehr genutzten Raum des Hotels, welcher abgeschlossen ist. Das nehme ich doch gerne entgegen. So montierte ich alle Taschen ab und verriegelte das Rad.

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Das Zimmer ist okay, einfach, gemütlich und völlig ausreichend für eine Nacht. Der Ausblick – mit dem kleinsten Balkon, den ich je gesehen habe – ist sehr schön. Ich schaue direkt auf eine Dorfkirche mit Fachwerkhaus im Vordergrund. Sehr Schön.

Nachdem ich dann geduscht war, machte ich mich auf und wollte mir das Dorf anschauen. Allerdings habe ich nicht mit so einem kleinen Dorf gerechnet. Innerhalb von wenigen Schritten, weitere Fachwerkhäuschen (das älteste von 1509), eben diese Kirche ist hier nichts.

Auch nicht die eine größere Straße in diese Richtung oder entgegengesetzt. Nicht schlimm. Ein paar Meter spazieren gehen tat gut. So konnte ich mir auch schnell für mein Abendessen ein Häuschen aussuchen. Ich entschied mich für eine hausgemachte Lasagne und einem alkoholfreien Weizen. Lecker war es und satt bin ich geworden.

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Abschließend kann ich auf einen sehr guten ersten Tag meiner Reise zurückblicken und freue mich schon auf den nächsten.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog.

Ich wünsche Dir einen schönen Samstagabend und verabschiede mich bis morgen,

schöne Grüße aus Wetter/Wengern

der bewegte Jürgen

Streckendetails

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