D2D Tag 2/13

Start: 9:46 Uhr 
Tageskilometer: 60,05 km
Tourenkilometer: 130,64 km
Fahrzeit: 3:57:30
Höhenmeter: 341hm
Etappenziel: Wickede

D2D-Challange Tag  (2x nicht damit gerechnet)

Der zweite Tag meiner Reise beginnt um 6 Uhr. Ausgeschlafen und voller Energie wollte ich unmittelbar nach dem ersten Weckerton aufstehen. Okay gut…ein paar Minuten später habe ich es dann tatsächlich getan.

Das Zusammenräumen des Tascheninhaltes war schnell getan. Um 8 Uhr gab es die Stärkung für den Tag. Ein kleines aber sehr gutes Frühstücksbüffet erwartete mich und ich konnte mich mit Brötchen, Rührei, Obst und Kaffee so richtig schön satt essen.

Bevor ich wieder aufs Zimmer ging und mich radfertig zu machen, wollte ich noch kurz nach meinem Rad schauen. Einfach mal so interessehalber ob auch da alles gut ist. Als ich die Tür zu dem nicht mehr nutzen Raum öffnete, sah ich etwas, womit ich jetzt absolut nicht gerechnet habe. Der ganze Raum war voll mit Fahrrädern. Meines ganz hinten (wo ich es auch gestern abgestellt hatte), vor den roten Stühlen, schön zugeparkt. Diesen Anblick musste ich erstmal sacken lassen…

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…ich entschied mich kurzerhand dafür, dass ich erstmal ins Zimmer gehe, alles erledige was zu erledigen ist und dann mit der Hoffnung erneut zum Rad gehe, dass dann die meisten Zweiradbesitzer ihr Gefährt befreit haben.

Genauso war es dann auch. Nur ein einziges Rad musste ich ein Stück zur Seite stellen. Abwarten lohnt sich.

Die erforderlichen Handgriffe zur Taschenanbringung laufen bereits routiniert ab und somit konnte ich dann um 09:46 Uhr die Forstsetzung meiner Reise starten.

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Meine Fahrtrichtung orientierte sich an dem Ruhrtalradweg. So schlängelte ich mich mit dem Rad an den einzelnen Schleifen der Ruhr entlang. Soweit es möglich ist. Was ich heute festgestellt habe ist, dass auf diesem Teilstück man selten auch die Ruhr zu Gesicht bekommt. Entweder ist die Pflanzenwelt davor so hoch und dicht gewachsen und versperren die Sicht oder aber man wird doch ein großes Stück entfernt an dem Fluss vorbei geführt. Auf der Karte betrachtet bekommt man schnell den Eindruck, dass man überwiegend an der Ruhr vorbei fährt. Da müsste vielleicht der Weg besser Talradweg heißen. Wie auch immer. Die dazu gehörigen Weg sind wunderschön zu fahren.

Stellenweise wird man durch kleiner Wälder gelenkt oder eben auf asphaltierten Wegen geführt. Ein kleines Wasserschloss liegt auch fast auf dem Weg.

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Unmittelbar vor Hohensyburg gesellte sich kurz ein weiterer Radfahrer zu mir. Nach ein paar Worten zu meiner und seinen Ausflug, teilte er mir noch mit, dass gleich ein Teil des „Talradweges“ gesperrt sein wegen einem Erdrutsch. Aber eine Umleitung würde es geben. Ich bedankte mich für den Tipp und hielt ganz aufmerksam die Augen offen nach dieser Sperrung. Lass es mal vielleicht mal 200 Meter gewesen sein, die ich nach der Überquerung einer Brücke noch gefahren bin…und das hier. Der Radler behielt recht.

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Nur die Umleitung war jetzt nicht wirklich ausgeschildert. Es gab aber auch nur eine Möglichkeit…und die war zur linken Seite von mir. Was dann kam, damit habe ich beim besten Willen nicht gerechnet. So fuhr ich doch eben noch an der Ruhr entlang…also flaches Gelände. Wo kommt da Bitteschön so ein Anstieg her? Unfassbar! MeinDevise heißt ja, so lange Steigungen hochfahren bis es nicht mehr geht. Kurzerhand die dementsprechende Gänge eingestellt und mich diesem „Monsterberg“ gestellt. Die ersten Meter klappten noch ganz gut…nur dann bäumte sich mein Vorderrad bei jedem Kurbelvorgang auf (klar…das meiste Gewicht ist hinten) und ich konnte es nicht mehr unter Kontrolle bringen. Bremsen gezogen. Abstieg! Was total einfach auf so einer Steigung ist (Ironie aus)! Schieben ist angesagt. Da dachte ich doch gestern, dass mein Reisebegleiter auf zwei Rädern schwer ist…ich vermute mal, dass es heute 10x schwerer war. Ich verlagerte schon eine Hand unter den Sattel, um das Gewicht etwas zu verteilen. Brachte aber nichts. Meine Pumpe schlug in hohen Bereichen, es schoß der Schweiß in Sturzbächen aus allen Poren. Wieder beide Hände an den Lenker und nicht aufgeben.

Ein cooler Mountainbikefahrer überholte mich fahrend??? und grüßte mich noch. Sein Vorsprung von knapp 10 Meter nutze ihm dann auch nichts mehr. Er stieg ab und schob auch. Na dann…er ohne vollbeladenes Bike…ich mit. Nicht das mein Rad mit mir dadurch schneller oben war, aber es tat dennoch ein wenig gut zu sehen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit den schweren Lastesel dort hoch zu bugsieren, führte auch noch im oberen Drittel der Weg mitten durch einen Campingplatz. Die haben sich bestimmt auch gefreut, dass so viele Radfahrerschieber am Tag dadurch kommen…ist doch der Ruhrtalradweg einer der beliebtesten Radwege. Die Parzellen war ebenerdig angelegt, aber der Weg dadurch extrem steil. Komisch alles.

Auf dem Bild wirkt der Platz total harmlos…der hat es faustdick hinter den Ohren. Oder der Teufel steckt im Detail!

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Als ich endlich wieder im normalen aufrechten Gang stehen konnte…stand ich erstmal. Dieser Berg hat mir echt alles je da gewesene abverlangt. Viele Tropfen der wertvollen Flüssigkeit aus meinen Trinkrucksack wanderten in meinen Mund. Herrlich! Das tat gut. Und wenn ich mir überlege, dass die richtigen Berge mich noch erwarten…dann Nacht Mattes!

Zum Glück folgte dann, nach der wirklich nötigen Pause, die Weiterfahrt Bergab. Der Spuk war vorbei.

Bei den folgenden Streckenabschnitten überquerte ich mal wieder irgendwo die Ruhr, fuhr weit entfernt von der Ruhr, an vielen abgemähten Feldern vorbei, mal links herum, mal rechts herum, unter Brücken hindurch, über Gleise… einfach nur noch nach den Ansagen von Naviki.

So spulten sich nach und nach die verbleibenden Kilometer bis zum Ziel ab und eh ich mich versah hatte ich mein Tagesziel erreicht. Mein Rad konnte ich in einem Fahrradstall (stand wirklich auf dem Schlüssel) unterbringen. Dieser Raum ist ebenfalls abgeschlossen. Mal sehen, ob mich morgen wieder so eine große Ansammlung von Zweirädern erwartet.

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Ein hausgemachte Gulaschsuppe und eine große eiskalte Apfelschorle (die sich dann später verdoppelt hat) gab es erstmal nach dem Duschen. Ich hätte auch ein Stück Kuchen wählen können, mir erschien etwas warmes sinnvoller. Leider hat die richtig Küche im Haus erst ab 18 Uhr geöffnet. Das war mir eindeutig zu lang.

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Somit kann ich die zweite Etappe, die heute ganz wenig Sonne hatte, auch positiv abschließen und freue mich schon auf die dritte morgen. Dann „fährt`s“ nach Winterberg zur Ruhrquelle.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntagabend und verabschiede mich bis morgen,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

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