D2D Tag 6/13 (Oh man!)

Start: 09:23 Uhr
Tageskilometer: 98,50 Kilometer
Tourenkilometer: 407,33 Kilometer
Fahrzeit: 06:34:50
Höhenmeter: 813 hm
Etappenziel: Eschwege

Warum schreit mich eigentlich der Wecker so an? Was soll das denn? Irgendeiner hat mir den auf 6 Uhr gestellt. Oh man! So langsam beim dem dritten Klingeln erinnerte ich mich an zwei Dinge. Zum einen muss ich derjenige selbst gewesen sein und zum anderen gibt es Frühstück ab viertel vor sieben in der Kaiserpfalz.

Um 7 Uhr betrat ich den Frühstücksraum. Wenn die jeweiligen Häuser beim Frühstück es her geben, dann wähle ich gerne 2 Körnerbrötchen mit Belag, eine Schale Müsli, 1 Ei und Kaffee aus. Gibt mir genügend Kraft und Energie für den Tag. So auch heute – bis auf die Körnerbrötchen.

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Nach der Stärkung zurück ins Zimmer, Taschen gepackt und mich radfertig gemacht. Als ich mit Sack und Pack das Zimmer verließ, entdeckte ich zu meiner Rechten Seite auf dem Flur eine Reinigungskraft für das Nachbarzimmer. Ein kurzer Gruß zum Morgen und ich stiefelte die Treppen hinunter. Nach einigen Stufen wurde ich durch ein lautes Hallo hinter mir aufmerksam. Die gute Reinigungsfee hielt mir meine Kamera entgegen. Da habe ich doch tatsächlich eines der wichtigsten Utensilien liegen gelassen. Oh man! Mit großer Freude bedankte ich mich bei ihr und ging die Treppe weiter hinunter.

Das Fahrrad war komplett gesattelt, ich habe ausgecheckt und schob die ersten Meter den Weg des Hotels mein Rad. Auf der Straße gab ich nun die für heute wichtige Adresse in mein Navi ein.
Es gibt zwei Möglichkeiten zur Fahrt. Eine ist 62 Kilometer lang, die andere 95 Kilometer. Die erste hat viele aggressive Anstiege, die letzte eher moderat. Schwere Entscheidung. Ich meine die geringeren Kilometer reizen ja schon, aber der extreme Höhenunterschied nicht so wirklich. Sollte ich dennoch eine große Distanz fahren?

Nach langem hin und her entschied ich mich für die große Distanz. Bin ich doch nicht wirklich so der Bergfahrer. Große Distanzen lassen sich da eher bewältigen.

Dennoch blieb ein nicht gutes Gefühl im Bauch übrig. Was soll’s…irgendwie muss ich ja losfahren. Wenn es Zuviel wird kann ich das Navi immer noch neu auf eine andere Strecke einstellen.

So startete ich kurz vor neun die Gießener Straße entgegen der Fahrtrichtung abwärts. 20 Meter weiter fiel mir ein, dass ich diesmal kein Ich-bin-fertig-und-abreisebereit-Foto gemacht hatte. An der Kirchenmauer holte ich es nach.

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Durch sämtliche Straßen von Fritzlar führte mich mein Navi aus der Stadt raus. Frisch war es. Sehr frisch mit 6 Grad. Den Pulli habe ich dennoch aus guter Erfahrung ausgelassen.

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Bei Kilometer 6 Komma Irgendwas machte ich einen Systemcheck auf allen ablesbaren Displays. Dabei fiel mir auf, dass ich meine Uhr zur Aufzeichnung der heutigen Tour überhaupt nicht gestartet hatte. Oh man!

Habe mir mal zur Sicherheit ein Foto vom Tacho gemacht, falls ich es nach Tourende vergessen sollte was da stand. 6,88 Kilometer müssen auf jeden Fall am Ende hinzugerechnet werden. Komplett online folgte ich dann meinen Navi.

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Etwas später kam eine neue Ortseinfahrt, wovon ich den Namen erst später erfahren sollte. Zur rechten stand eine Kirche, die musste ich knipsen. (Ein Hinweis: eigentlich hätte ich die Aufnahme dann später wieder gelöscht, da sie nichts geworden ist…aber…) Plötzlich hupte es von vorne. Da ich hier nur durchfahre, konnte ich nicht gemeint sein. Es hupte erneut und ich hörte meinen Namen rufen. Peter war es. Er war gerade auf dem Rückweg einer Dienstreise und fuhr gerade durch diesen Ort. Was für ein schöner Zufall. Ein gemeinsames Foto und ein kurzes Gespräch durften nicht fehlen. Dann sind wir beide unsere Wege gefahren. Diesen Ort Gudenberg habe ich hinter mir gelassen und folgte „gehorsam“ den netten Ansagen der elektronischen Helferin auf meinem Lenker.

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Sehr beeindruckt bin ich von dieser wundervollen Landschaft hier. Die ganzen goldenen Felder mit den typischen Strohrollen darauf, diese Hügel, diese satte grün der Wälder und diesen – an manchen Stellen – Weitblick zum Horizont. Einmalig schön. Wenn man mal stehen bleibt und diese Ruhe und diese Eindrücke in sich aufnimmt, was besseres kann einem doch noch nicht widerfahren. Tiefenentspannung pur!

Ein kleines Potpourri meiner nicht zeitlich sortierten Eindrücke…

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Bei einigen Ortsdurchfahrten säumen sich am Straßenrand Fachwerkhäuschen in unterschiedlicher Optik. Das ist so schön anzusehen…ich könnte jedes Haus aufnehmen.

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Das schlechte Bauchgefühl wegen dieser Strecke hielt noch weiter stand, weil ich echt nicht wusste was an Anstiegen auf mich zukommt. So radelte ich immer weiter und wartete auf den Knallerabschnitt.

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Einmal gab es eine Fehlinfo vom Navi. Hinter Waldkappel wird wohl eine neue Autobahn gebaut und die ursprünglichen Wege existieren nicht mehr. Einige Hundert Meter durfte ich deshalb einmal hin und wieder zurück fahren. Was soll´s, ist nicht weiter schlimm gewesen.

Eine sehr lange Zeit konnte ich dem sog. Herkules – Wartburg – Radwanderweg folgen. Vorbildlich ist dieser ausgeschildert und lässt sich ganz toll fahren.

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Die verbleibenden Kilometer wurden immer kleiner, die verbleibende Zeit zum Ziel wurde immer geringer…das fuhr sich richtig gut. Dann gab es nur noch 10 Kilometer und rückblickend kein Knaller. Demnach war mein schlechtes Bauchgefühl total unbegründet.

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habe ich doch nur dieses Ortseingangschild gefunden

Eschwege ist greifbarer Nähe und ich setze zum „Landeanflug“ an. Gänge runter, Bremsen, Systemcheck…die Landebahn war ein wenig holprig – haben die da doch tatsächlich Kopfsteinpflaster verlegt. Leider waren die Endpositionsleuchten mit Efeu zu gewuchert, dass ich nicht auf Anhieb meine Zielstation entdeckt habe. Erst als ich die Straße runter und wieder umgekehrt bin, sah ich mein Ziel genauer. Es befindet sich mitten auf einer belebten Straße.

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Anmeldung erfolgreich, Taschen abmontiert, Fahrrad in einem separaten Raum untergestellt und abgeschlossen. Nach der Anmeldung und Zimmervergabe, nahm ich meine Taschen – im wahrsten Sinne des Wortes  unter den Arm und betrat das Zimmer. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich diese nicht gestoppt hatte. Oh Man!

Donnerstags gibt es hier in dem Haus immer Schnitzeltag. Das ist genau das richtige heute. (Hatte ich zwar gestern im Fritzlarer Brauhaus auch schon, aber wen stört es?).

Ich hatte noch Zeit bis 18 Uhr (Startschuss zum Schnitzel essen) nach dem Duschen und umziehen gehabt und nutzte diese, um mir ein wenig diese Stadt hier anzuschauen. Erstaunlich viel los. Buntes treiben. Viele Menschen sitzen draußen in Restaurants und Cafés und genießen das traumhafte Sommerwetter. Beim eintreffen konnte ich das nur so am Rande wahrnehmen, da ich mich auf mein Ziel konzentrieren musste.

 

Mir gefällt diese Stadt Eschwege sehr gut. Die Werra verläuft außerhalb der Stadt vorbei, demnach viel Wasserflächen, alte Wehrtürmchen, die Fachwerkhäuschen…einfach nur schön hier. Schon schade, dass ich hier nur kurz verweilen werde.

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Das Essen (Kartoffelsuppe, Hessisches Rahmschnitzel und ein Erdbeer-Tiramisu) waren sehr lecker und alles in allem günstig gewesen.

Das war meine 6. Etappe…und wieder ein Stück näher dran.

Es folgt auch kein Oh Man mehr 🙂

Morgen fahre ich nach Mühlhausen in Thüringen. Dazu gibt es dann auch wieder ein Blog.

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hier fehlt das Stückchen von Fritzlar bis Gudensberg

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Kommentare können gerne unten eingetragen werden.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

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