D2D Tag 9/13 (mit viel Gegenwind nach Weimar)

Start: 09:55 Uhr
Tageskilometer: 74,15 km
Tourenkilometer: 592,58
Fahrzeit: 04:55:33
Höhenmeter: 404 hm
Etappenziel: Weimar

Damit ich habe nicht gerechnet. So ein vielfältiges und großes Frühstück in dem Haus Elxleben.

Schön gemütlich um 8 Uhr habe ich mit dem sehr fürstlichen Frühstück begonnen. Im Hintergrund lief Radio Thüringen mit beschwingter Schlagermusik. Gute ich könnte mir besseres vorstellen, dennoch besser als keine Musik. Hatte ich auch schon auf meiner Reise gehabt.

 

Gestern Abend, als ich zum Elxlebener Stübchen rüber ging, fing es an zu regnen. Dieser Regen hielt sich tatsächlich einige Stunden. Von dem Regen waren heute morgen nur noch die Pfützen auf den Straßen zu sehen. Wobei der Himmel nicht wirklich freundlich aussah. Sollte ich vielleicht heute das erste Mal meine Regenklamotten benötigen? Diese Frage kann ich mir erst nach Beendigung der heutigen Etappe beantworten.

Auf dem heutigen Programm steht: Weimar. Seltsamerweise sind es nur etwas über 30 Kilometer von meinem Standort Elxleben. Seltsam deswegen, weil ich damals bei der Planung auf 47 km gekommen bin. Die 30er Strecke lohnt sich nicht das Bike aufzusatteln.

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Kurzerhand entschloss ich mich – man lese uns staune…ich habe auf eine Radkarte aus Papier geschaut – einen Umweg über Erfurt zu nehmen. Ja richtig, stand nicht auf dem Plan, aber ich kann auch spontan mal abweichen 🙂 Auf der Papierkarte habe ich auch gesehen, dass ein ausgeschriebener Radweg nördlich von Elxleben direkt nach Weimar führt. Primar, da habe ich doch die heutige Tour zusammen. Quasi über einen Umweg nach Weimar. Warum nicht?

So informierte ich meine Assistentin über mein heutiges ersten Tageswunsch. Sie war sogar noch für weitere aufnahmebereit. Perfekt. Da ich jetzt nicht wusste, wie ich Naviki auf diesen Radweg aufmerksam machen sollte, so habe ich einige Orte auf dem Weg als weitere Tagesziele eingetragen. Ganz ehrlich, habe ich das heute zum ersten Mal entdeckt, dass das überhaupt funktioniert. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole…Naviki ist schon klasse!

So fuhr ich Richtung Süden nach Erfurt. Mit dieser Stadt verbinde ich jetzt nichts weiteres, aber wenn ich schon mal hier bin, schaue ich da doch einfach mal vorbei.

Viele Wolken, viele große Wolken bot mir heute der Himmel. Dennoch alles trocken.

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Der Weg führte größtenteils an der Gera vorbei. An einer Stelle wird kräftig am Fluss gebaut und ich durfte eine großräumige Umleitung fahren. Umso näher ich an Erfurt herankam, wurden die Häuser im typischen Plattenbau immer mehr und höher. Einige sind schön schön bunt von außen angepinselt worden, andere sind einfach alt und grau.

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Vorbei an vielen kleinen Parkanlagen, die mit der Gera ein Erholungsgebiet für die Erfurter ist, denn es waren viele unterwegs, saßen im Rasen und genoßen das trockene Wetter.

Nicht nur die Größe, sondern auch wie die Stadt aufgebaut ist erinnerte mich doch stark an Hamburg oder noch besser an Berlin rund um den Alex. Nicht das hier diese typische Hafenatmosphäre herrscht, vielmehr waren es die Anordnungen der Straßen, die Weitläufigkeit, die Vielfältigkeit an Geschäften und Shops. Ich gehe mal davon aus, dass die komplette Innenstadt komplett renoviert wurde. Machte auf mich einen sehr schönen Eindruck. Sehr modern und dennoch irgendwie alt. Ist aber echt viel zu sehen. Hier muss ich unbedingt mit Sylwia mal hin.

 

Lange habe ich mich nicht aufgehalten, schließlich will ich noch woanders hin. Noch kurz am Bahnhof vorbeigeradelt. Danach fuhr ich raus aus der Stadt in östlicher Richtung um dann später in Richtung Norden auf den einen Radweg zu gelangen.

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Dieser Rad- und Wanderweg nennt sich Laura und es ist als Symbol eine alte Lokomotive zu sehen.

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Es war wohl mal früher eine Eisenbahnstrecke gewesen. Lässt sich auf jeden Fall gut fahren. Viele kleine Ortschaften haben ich durchfahren. Jedes hat ein kleine Kirche, die man schon gut am spitzen Kirchturm ausmachen kann. Ein paar Häuser wurden herum gebaut, eine Durchgangsstraße und das war es schon. Ort vorbei. Was mir aufgefallen ist, dass ich keinen einzigen Trabi gesehen habe. Irgendwie hatte ich gehofft gerade in den kleinen Orten solche historische Relikte zu sehen. Dafür gab es einen alten Bus. Auch schön.

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Einen weiteren Apfel musste ich mir heute wieder pflücken. Der war aber auch lecker. Viel besser, als der gestrige.

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In südwestlicher Himmelsrichtung braute sich sich ordentlich was zusammen. Ich denke, dass ich heute noch eine Regenfahrt haben werde. Der Wind nahm auch immer mehr zu. Dieser begleitete mich fast auf dem kompletten Laura-Weg. Stellenweise so starke Böen, dass ich nur noch mit 6-7 km/h dagegen halten konnte. Da bin ich doch im Sauerland noch 3 km/h schneller die Berge hoch gefahren. Das war heute echt ein anstrengendes Stück gewesen. Noch 8 Kilometer bis zum eigentlichen Etappenziel und es gab noch eine ordentliche Auffahrt. Es ging ja schon ab Kilometer 35 stetig nach oben, aber die letzten Kilometer bis auf 352 hm. Den Gegenwind nicht zu vergessen. Geschoben wird aber nicht. Dies würde einer Aufgabe gleichen. Aufgeben ist keine Option 🙂 So kämpfte ich mich da nach oben. Letztendlich kann ich immer wieder von mir behaupten, dass ich kein Bergfahrer bin.

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Das schöne ist ja nach jedem Anstieg, es geht auch wieder abwärts. Der Weg führte mich weg von der Straße auf Feldwegen. Die ersten Meter der Abfahrt waren nichts mit einfach rollen lassen. Extrem grobsteiniger Schotter lag da so rum. Mit vielen Fingerzügen an den Bremshebeln wich ich vorsichtig den Steinen aus und schlich mit der gleichen Geschwindigkeit hinunter wie hoch. Hatte ich bisher auch noch nicht gehabt.

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Auch dieser Weg endete mal und wurde ersetzt von diesen Platten als Bodenbelag, später dann in Kopfsteinpflaster. Nach der ordentlichen Buckelabfahrt mit viel Getöse durchfuhr ich noch einen Tunnel und dann in Weimar ein.

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Auf ein(mar) bin ich in Weimar 🙂

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Die ersten Eindrücke waren schon gigantisch. Solche großen alten Gebäude. Irre. Sowas mag ich unheimlich gerne. Diese alte Baukunst hat auf mich jedesmal was faszinierendes.

Noch einmal links und nochmal links und ich habe mein Ziel erreicht. Denkste! Da hat sich die elektronische Begleitung etwas vertan und schickte mich zu einem 3 Sterne Dorint Hotel. Soviel wusste ich auch noch, dass das nicht meins sein kann. Bin dennoch rein und fragte nach. Mein Namen kannten die nicht – war klar. Mit einer kleinen Wegbeschreibung in der Hand verabschiedete ich mich aus diesem noblen Schuppen.

Knapp 300 Meter weiter war dann auch mein gebuchtes Haus. Pension am Goethehaus, welches unten eine Eisdiele hat. Vor dem Haus saßen viele Menschen und schlemmten die eisgekühlten Süßspeisen. Der Weg zwischen den Sitzreihen und der Häuserwand war nicht breit gewesen. Etwas seitlich stellte ich mein Bike ab, stand irgendwie mitten im Weg – egal! Rein ins Haus und eingecheckt. Das Fahrrad kann ich im Innenhof unter einem Balkon abstellen.

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So schob ich das noch beladene Rad auf rotem Teppich durch den ganzen Flur des Hauses zum Innenhof und verschloss es mit den Schlössern.

Das Haus und das Zimmer macht einen sehr guten und sehr modernen Eindruck. Gefällt mir gut. Ich habe sogar einen großen Balkon, dieser welcher wo ich vor einigen Minuten mein Bike drunter gestellt habe.

Einen kleiner Spaziergang durch die bedeutende Stadt unternahm ich nachdem ich mich wieder in frischer Kleidung befand. Leider ist der Aufenthalt hier nur so kurz. reicht definitiv nicht. Soviel gibt es hier entdecken. Da reichen die wenigen Stunden nicht. Gut ich hätte ja auch die kürzere Strecke wählen können, dann hätte ich mehr Zeit hier gehabt. Radfahren ist auch schön 🙂

Aktuell ist hier Kunstfestival und viele Menschen füllen die Straßen und sitzen in Cafés. Vor dem großen Theater stehen die beiden wichtigsten und bekanntesten Bewohner dieser Stadt… Goethe und Schiller. Sehr große Skulpturen stehen dort und erinnern an diese prägende Zeit von damals. 3 Häuser neben meiner Unterkunft steht das Wohnhaus von Goethe. Ich habe gelesen, dass dieses wohl angeblich so erhalten wurde, wie er es damals vor 500 Jahre es verlassen hatte. Ist bestimmt super interessant, aber wie gesagt dafür benötigt auch bestimmt viel Zeit.

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Man merkt, das es kein richtiger Sommer ist. Wenn die Sonne mal rauskommt, ist es herrlich war, sobald diese wieder weg ist ist es – für mich – unangenehm frisch. Das wichtigste aber…es gab kein Regen und soll es auch nicht geben. Warten wir mal ab.

Den Umweg über Erfurt, den ich heut morgen gewählt hatte, war absolut kein Nachteil gewesen. Im Gegenteil war es wieder eine Bereicherung und Erfahrung mehr. Schließlich wäre ich vorher niemals auf die Idee gekommen, diese Stadt mal mit Sylwia zu besuchen.

Rückblickend kann ich wieder stolz auf auf eine wunderschöne 74 Kilometer lange Radtour blicken, die mir wieder die schönsten Seiten gezeigt hat. Die Routengrafik zeigt irgendwie das mathematische Wurzelzeichen 🙂

(nur die Internetverbindungen sind echt gruselig. Dauert alles extrem lange, bricht ab oder funktioniert nicht. Bitte seht mir es nach, dass ich um 23:30 Uhr keine Zeit und keine Lust mehr habe auf die hochgeladenen Fotos zu warten. Sobald ich morgen wieder online gehen kann, füge ich die noch fehlenden hier nach) (Nachtrag vom 22.08. … nun sind alle Bilder enthalten)

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mich morgen wieder auf dem Weg nach Gera begleiten würdest.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntagabend und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

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