D2D-Challenge


mit dem Rad von Duisburg nach Dresden

13.08.2016

D2D Tag 1/13

Start: 08:29 Uhr
Tageskilometer: 70,59 Kilometer
Tourenkilometer: 70,59 Kilometer
Fahrzeit: 05:50:35
Höhenmeter: 505hm
Etappenziel: Wetter/Wengern

D2D-Challange Tag 1 (24 Grad und Gänsehaut)

Jetzt ist endlich soweit. Meine große Reise beginnt.

Diese Idee mit dem Rad von Duisburg nach Dresden zu fahren habe ich schon sehr lange im Kopf. Eine Zeit nachdem ich damals im Jahre 2012 nach Hamburg mit dem Rad gefahren bin, habe ich einen sehr interessanten Beitrag über den Erbauer der Frauenkirche George Bähr gesehen. Die Kirche ist ja schon mehr als faszinierend, mit diesem Beitrag wurde mir klar…da muss ich auch hin. Einen Zeitpunkt wusste ich damals noch nicht. Es wäre fast letztes Jahr schon gewesen, wenn da nicht mein erster Marathon dazwischen gekommen wäre. Was in keinster Weise negativ zu sehen ist. Denn mein Marathon hat mir meinen sportlichen Horizont dermaßen erweitert. Also kommt meine Radreise nach Dresden dieses Jahr dran. Im November letzten Jahres habe ich bereits mit der Planung für dieses Event begonnen. Die Hotels hatte ich mir herausgesucht und gebucht. Genauso auch das Auto, welches Sylwia, mein Bike und mich wieder nach Hause fährt. Vor 8 Monaten kaufte ich mir noch ein neues Fahrrad für meine Reise. Irgendwann begann ich dann meine Laufschuhe mehr und mehr zur Seite zu stellen und dafür mehr und mehr mit dem Rad zu fahren. Im Juli bin ich dann fast täglich mit dem Rad zu Arbeit gefahren. Geplant war ja eigentlich auch die erste Augustwoche es fortzuführen, allerdings wollte das Wetter mir es nicht gönnen.

Nun beginnt heute meine große Reise. Ich fahre mit Rad nach Dresden. Großes Ziel ist diese Frauenkirche.

Das der Wecker um 04:30 Uhr geklingelt hat, hat nichts gebracht. Eine halbe Stunde später bin ich dann aufgestanden. Im Urlaub kann man sich auch mal ausschlafen.

Sylwia hat backfrische Brötchen zum Frühstück geholt, die dann köstlich mit Käse und Schinken belegt verputzt wurden.

Einige Dinge mussten noch in die Taschen gepackt werden, bevor ich in den Keller ging und mein Bike vorbereiten konnte. Im wahrsten Sinne des Wortes bin ich dann kurz vor acht mit Sack und Pack runter und habe begonnen die Ortlieb’s anzuhängen und zu vertäuen.

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Klappte hervorragend und recht schnell war der Drahtesel beladen und abreisebereit.

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Ich auch.

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Nach der Verabschiedung von meiner lieben Frau radelte ich mit ganz vielen guten Wünschen und dem Bike um halb neun- voll im Zeitplan – raus aus dem Wohnviertel. Mein großer Dank an Dich Sylwia…

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Das Wetter war einfach nur traumhaft und hatte absolut nichts mehr mit dem herbstlichen grau und nass der letzten Tage zu tun. Blauer Himmel, Sonne satt und angenehm warm. Herrlich. So habe ich es mir gewünscht und vorgestellt.

Auf den ersten Metern alles gescheckt, ob die ganze Fracht schön fest sitzt und nichts verrutscht. Ein Blick auf mein Navi verriet mir, dass ich nur schwarz sah! Kein Wunder…hatte ich es doch durch eine gewisse Aufregung und bei der Packaktion vergessen anzuschalten. Noch mal Glück gehabt…ich bin nur knapp 600 Meter ohne gefahren und habe mich auch nicht sonderlich verfahren 🙂

Nach dem kurzen Stopp und der Einrichtung meines elektronischen Wegführer konnte ich meine Reise fortsetzen. Durch einen Teil der Straßen Duisburgs radelte ich mit grober Richtung gen Norden um mich noch von meinen Eltern zu verabschieden. Weitere viele guten Wünsche für meine Reise holte ich mir von meinen Eltern ab. Ganz lieben Dank dafür.

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Meine Reise setzte ich von hier an, mit meiner etwas von der ursprünglichen Idee, fort und fuhr zur Ruhr. Die Idee war eigentlich, dass ich den kompletten Ruhrtalradweg abfahre. Allerdings habe ich im Vorfeld erfahren, dass einige Teilstücke auf dem ersten Bereich des Ruhrtalradweg mit Baustellen und sonstigen Hindernissen versehen ist, so wollte ich dann doch nur eine kürzere Variante davon abfahren. Auf die eventuell am Ende wenigeren Kilometer machen den Kohl dann auch nicht mehr fett.

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Immer schön an der Ruhr entlang mit Richtung Baldeneysee in Essen.

Den wollte ich auf jeden Fall auch noch mitnehmen auf meine großen Reise. Nicht weit vom diesem See entfernt bemerkte ich hinter mir einen Radfahrer. Nach einer gewissen Zeit kam er neben mir gefahren und fragte mich, ob ich wirklich nach Dresden fahren wollte. Mein Schild hinten an der Tasche kann man also gut lesen 🙂 Wir wechselten fahrend ein paar interessante Worte. So erfuhr ich, dass er jetzt in 4 Tagen den kompletten Ruhrtalradweg abfahren wollte. Vor kurzem ist er über 2.000 Kilometer in 3 Wochen geradelt.

Nach ein paar Metern des interessanten Austausches wünschten wir uns unbekannterweise alles Gute für unserer Reisen und er fuhr mit seiner etwas schnelleren Reisegeschwindigkeit vorbei. Vielleicht trifft man sich erneut auf dem Weg, denn schließlich will ich auch zur Ruhrquelle.

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Einige gewisse Zeit später stand der unbekannte Radler am Rand und füllte seine Flüssigkeitsspeicher auf. Wir grüßten uns. Ich fuhr aber weiter.

Gar nicht viele Meter weiter überholte mich ein anderer Mountainbikefahrer mit den Worten „Dann viel Spaß!“ Er hatte auch meine Beschriftung am Heck gelesen. Danke auch hier an den unbekannten Fahrer.

Am Baldeneysee machte ich eine kleine Pause und speiste mein Brötchen auf.

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Wenn man am See an diesen Bänken verweilt, dann kommen allerhand sportlich aktive Menschen vorbei. Sei es Läufer, Fahrradfahrer, Inlinefahrer oder auch Tretrollerfahrer. Schön zu beobachten. Ein vorbeifahrendes Paar auf dem Fahrrad sah auch meine Heck-Eigen-Werbung. Die Frau meinte dann zu Ihrem Mann…“Von Duisburg nach Dresden will der fahren. Da ist der aber noch nicht weit gekommen!“ Stimmt! Und jetzt? Dachte ich mir! Egal…ab da war der Gedanke auch wieder gelöscht, sah auf den See und genoss die tolle Aussicht.

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Kurz vor Langenberg überholte mich ein PKW und der Beifahrer gab mir aus dem geöffneten Seitenfenster Applaus.

Da ist es auch kein Wunder, dass ich bei 24 Grad eine Gänsehaut vor Freude von diesen sehr schönen 3 Begegnungen bekommen habe!!!

Weitere 3 eiserne Menschen standen in Hattingen am Straßenrand so rum. Die haben nichts gesagt 🙂

Bei diesem kleinen Zwischenstopp konnte ich auch direkt mal meine Trinkblase im Rucksack überprüfen. Denn einige Meter zuvor wollte einfach kein Wasser mehr in mein Mund. Stattdessen durfte ich nur Luft aus dem Schlauch ziehen. Die Ursache war zwar nicht gefunden, aber mit einigen Handgriffen das Problemchen gelöst und weiter fuhr nach den Ansagen des Navi. Was ich hierzu mal erwähnen muss. Das Navi Arbeit mehr zuverlässig und genau. Die Naviki-App ist noch 100% perfekt, aber echt auf einen guten Weg dorthin.

Nur an einer einzigen Stelle wollte es mich wohl ärgern. Ich kam da gerade so eine sehr steile Straße hinunter gesaust, die einen Linksbogen ganz eindeutig machte. Geradeaus verlief auch ein Weg. Dieser sah aber für mich nicht so aus, dass ich da sehr weit komme. Es schien mir eher so, wie eine Sackgasse. Also mein Vertrauen auf den elektronischen Helferlein nicht vergessen und folgte im abgebremsten Modus dieser Straße geradeaus. Mit dem Ergebnis das mein Gespür schon richtig war und ich mein Rad dort wieder hochschieben durfte. Beim besten Willen hätte ich da nicht hochfahren können. Somit gibt es heute eine einzige steile Auffahrt, die ich geschoben habe. Waren aber nur wenige Meter. Ganz schön schwer das beladene Rad. Das wurde mir dann jetzt auch erstmal klar.

Oben einen anderen Weg gewählt, der mir auch prompt mit Gemecker „Sie haben die Route verlassen, bitte wenden!“ quittiert wurde. Navi eben! Nach der gefahrene Umgehungsschleife meldete sie sich anscheinend wieder auf Spur zurück und teilte mir – völlig überraschend – mit, dass ich in 65 Metern mein Ziel erreicht habe. So schnell?

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Am Ziel…Hotel Elbschetal…schaute ich mich erstmal um, machte Fotos und war sehr glücklich meine erste Etappe erreicht zu haben. Sehr schön war diese.

Die Anstiege zwischendrin haben es echt in sich gehabt. Aber…ich kann mit stolz berichten, dass ich alle (bis auf die eine) hochgefahren bin. Zwar im sehr langsamen Modus mit 5 km/h, dennoch gefahren.

Der Check-In im Hotel verlief problemlos und schnell. Eine Unterschrift und Schlüssel entgegengenommen. Vorher bekam ich noch die Info, wo ich mein Gefährt unterstellen kann. In einem nicht mehr genutzten Raum des Hotels, welcher abgeschlossen ist. Das nehme ich doch gerne entgegen. So montierte ich alle Taschen ab und verriegelte das Rad.

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Das Zimmer ist okay, einfach, gemütlich und völlig ausreichend für eine Nacht. Der Ausblick – mit dem kleinsten Balkon, den ich je gesehen habe – ist sehr schön. Ich schaue direkt auf eine Dorfkirche mit Fachwerkhaus im Vordergrund. Sehr Schön.

Nachdem ich dann geduscht war, machte ich mich auf und wollte mir das Dorf anschauen. Allerdings habe ich nicht mit so einem kleinen Dorf gerechnet. Innerhalb von wenigen Schritten, weitere Fachwerkhäuschen (das älteste von 1509), eben diese Kirche ist hier nichts.

Auch nicht die eine größere Straße in diese Richtung oder entgegengesetzt. Nicht schlimm. Ein paar Meter spazieren gehen tat gut. So konnte ich mir auch schnell für mein Abendessen ein Häuschen aussuchen. Ich entschied mich für eine hausgemachte Lasagne und einem alkoholfreien Weizen. Lecker war es und satt bin ich geworden.

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Abschließend kann ich auf einen sehr guten ersten Tag meiner Reise zurückblicken und freue mich schon auf den nächsten.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog.

Ich wünsche Dir einen schönen Samstagabend und verabschiede mich bis morgen,

schöne Grüße aus Wetter/Wengern

der bewegte Jürgen

Streckendetails

14.08.2016

D2D Tag 2/13

Start: 9:46 Uhr 
Tageskilometer: 60,05 km
Tourenkilometer: 130,64 km
Fahrzeit: 3:57:30
Höhenmeter: 341hm
Etappenziel: Wickede

D2D-Challange Tag  (2x nicht damit gerechnet)

Der zweite Tag meiner Reise beginnt um 6 Uhr. Ausgeschlafen und voller Energie wollte ich unmittelbar nach dem ersten Weckerton aufstehen. Okay gut…ein paar Minuten später habe ich es dann tatsächlich getan.

Das Zusammenräumen des Tascheninhaltes war schnell getan. Um 8 Uhr gab es die Stärkung für den Tag. Ein kleines aber sehr gutes Frühstücksbüffet erwartete mich und ich konnte mich mit Brötchen, Rührei, Obst und Kaffee so richtig schön satt essen.

Bevor ich wieder aufs Zimmer ging und mich radfertig zu machen, wollte ich noch kurz nach meinem Rad schauen. Einfach mal so interessehalber ob auch da alles gut ist. Als ich die Tür zu dem nicht mehr nutzen Raum öffnete, sah ich etwas, womit ich jetzt absolut nicht gerechnet habe. Der ganze Raum war voll mit Fahrrädern. Meines ganz hinten (wo ich es auch gestern abgestellt hatte), vor den roten Stühlen, schön zugeparkt. Diesen Anblick musste ich erstmal sacken lassen…

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…ich entschied mich kurzerhand dafür, dass ich erstmal ins Zimmer gehe, alles erledige was zu erledigen ist und dann mit der Hoffnung erneut zum Rad gehe, dass dann die meisten Zweiradbesitzer ihr Gefährt befreit haben.

Genauso war es dann auch. Nur ein einziges Rad musste ich ein Stück zur Seite stellen. Abwarten lohnt sich.

Die erforderlichen Handgriffe zur Taschenanbringung laufen bereits routiniert ab und somit konnte ich dann um 09:46 Uhr die Forstsetzung meiner Reise starten.

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Meine Fahrtrichtung orientierte sich an dem Ruhrtalradweg. So schlängelte ich mich mit dem Rad an den einzelnen Schleifen der Ruhr entlang. Soweit es möglich ist. Was ich heute festgestellt habe ist, dass auf diesem Teilstück man selten auch die Ruhr zu Gesicht bekommt. Entweder ist die Pflanzenwelt davor so hoch und dicht gewachsen und versperren die Sicht oder aber man wird doch ein großes Stück entfernt an dem Fluss vorbei geführt. Auf der Karte betrachtet bekommt man schnell den Eindruck, dass man überwiegend an der Ruhr vorbei fährt. Da müsste vielleicht der Weg besser Talradweg heißen. Wie auch immer. Die dazu gehörigen Weg sind wunderschön zu fahren.

Stellenweise wird man durch kleiner Wälder gelenkt oder eben auf asphaltierten Wegen geführt. Ein kleines Wasserschloss liegt auch fast auf dem Weg.

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Unmittelbar vor Hohensyburg gesellte sich kurz ein weiterer Radfahrer zu mir. Nach ein paar Worten zu meiner und seinen Ausflug, teilte er mir noch mit, dass gleich ein Teil des „Talradweges“ gesperrt sein wegen einem Erdrutsch. Aber eine Umleitung würde es geben. Ich bedankte mich für den Tipp und hielt ganz aufmerksam die Augen offen nach dieser Sperrung. Lass es mal vielleicht mal 200 Meter gewesen sein, die ich nach der Überquerung einer Brücke noch gefahren bin…und das hier. Der Radler behielt recht.

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Nur die Umleitung war jetzt nicht wirklich ausgeschildert. Es gab aber auch nur eine Möglichkeit…und die war zur linken Seite von mir. Was dann kam, damit habe ich beim besten Willen nicht gerechnet. So fuhr ich doch eben noch an der Ruhr entlang…also flaches Gelände. Wo kommt da Bitteschön so ein Anstieg her? Unfassbar! MeinDevise heißt ja, so lange Steigungen hochfahren bis es nicht mehr geht. Kurzerhand die dementsprechende Gänge eingestellt und mich diesem „Monsterberg“ gestellt. Die ersten Meter klappten noch ganz gut…nur dann bäumte sich mein Vorderrad bei jedem Kurbelvorgang auf (klar…das meiste Gewicht ist hinten) und ich konnte es nicht mehr unter Kontrolle bringen. Bremsen gezogen. Abstieg! Was total einfach auf so einer Steigung ist (Ironie aus)! Schieben ist angesagt. Da dachte ich doch gestern, dass mein Reisebegleiter auf zwei Rädern schwer ist…ich vermute mal, dass es heute 10x schwerer war. Ich verlagerte schon eine Hand unter den Sattel, um das Gewicht etwas zu verteilen. Brachte aber nichts. Meine Pumpe schlug in hohen Bereichen, es schoß der Schweiß in Sturzbächen aus allen Poren. Wieder beide Hände an den Lenker und nicht aufgeben.

Ein cooler Mountainbikefahrer überholte mich fahrend??? und grüßte mich noch. Sein Vorsprung von knapp 10 Meter nutze ihm dann auch nichts mehr. Er stieg ab und schob auch. Na dann…er ohne vollbeladenes Bike…ich mit. Nicht das mein Rad mit mir dadurch schneller oben war, aber es tat dennoch ein wenig gut zu sehen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit den schweren Lastesel dort hoch zu bugsieren, führte auch noch im oberen Drittel der Weg mitten durch einen Campingplatz. Die haben sich bestimmt auch gefreut, dass so viele Radfahrerschieber am Tag dadurch kommen…ist doch der Ruhrtalradweg einer der beliebtesten Radwege. Die Parzellen war ebenerdig angelegt, aber der Weg dadurch extrem steil. Komisch alles.

Auf dem Bild wirkt der Platz total harmlos…der hat es faustdick hinter den Ohren. Oder der Teufel steckt im Detail!

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Als ich endlich wieder im normalen aufrechten Gang stehen konnte…stand ich erstmal. Dieser Berg hat mir echt alles je da gewesene abverlangt. Viele Tropfen der wertvollen Flüssigkeit aus meinen Trinkrucksack wanderten in meinen Mund. Herrlich! Das tat gut. Und wenn ich mir überlege, dass die richtigen Berge mich noch erwarten…dann Nacht Mattes!

Zum Glück folgte dann, nach der wirklich nötigen Pause, die Weiterfahrt Bergab. Der Spuk war vorbei.

Bei den folgenden Streckenabschnitten überquerte ich mal wieder irgendwo die Ruhr, fuhr weit entfernt von der Ruhr, an vielen abgemähten Feldern vorbei, mal links herum, mal rechts herum, unter Brücken hindurch, über Gleise… einfach nur noch nach den Ansagen von Naviki.

So spulten sich nach und nach die verbleibenden Kilometer bis zum Ziel ab und eh ich mich versah hatte ich mein Tagesziel erreicht. Mein Rad konnte ich in einem Fahrradstall (stand wirklich auf dem Schlüssel) unterbringen. Dieser Raum ist ebenfalls abgeschlossen. Mal sehen, ob mich morgen wieder so eine große Ansammlung von Zweirädern erwartet.

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Ein hausgemachte Gulaschsuppe und eine große eiskalte Apfelschorle (die sich dann später verdoppelt hat) gab es erstmal nach dem Duschen. Ich hätte auch ein Stück Kuchen wählen können, mir erschien etwas warmes sinnvoller. Leider hat die richtig Küche im Haus erst ab 18 Uhr geöffnet. Das war mir eindeutig zu lang.

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Somit kann ich die zweite Etappe, die heute ganz wenig Sonne hatte, auch positiv abschließen und freue mich schon auf die dritte morgen. Dann „fährt`s“ nach Winterberg zur Ruhrquelle.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntagabend und verabschiede mich bis morgen,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

15.08.2016

D2D Tag 3/13 (von allem mehr)

Start: 09:00 Uhr
Tageskilometer: 88,78 km
Tourenkilometer: 219,42 km
Fahrzeit: 07:06:13 Stunden
Höhenmeter: 853 hm
Etappenziel: Winterberg

Ein nett zubereitetes Frühstück gab mir die nötige Energie für den Start in den Tag.

Die gleiche Prozeduren wie jeden Morgen folgten, bis ich um Punkt 9 Uhr die Aufzeichnung meiner Uhr startete.

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Die ersten Meter war es ganz schön frisch mit 12 Grad. Stehen bleiben…Pulli an…und weiterfahren. Nach 2,5 Kilometern war es zu warm. Stehen bleiben…Pulli aus und weiterfahren. Die dann wieder durch den Fahrtwind einsetzende Kühle ignorierte ich einfach. Auch wenn es nicht wirklich angenehm war. Etwas später ging es.

Die heutige Tour führte mich sehr oft an der Ruhr vorbei – sehr schön. Besonders das dieser Fluss immer schmaler wird, finde ich super faszinierend. Kenne ich doch den Fluss aus Duisburg und Mülheim, wo er doch eine stattliche Breite hat.

Was auch bemerkenswert war, dass ich gefühlt 100x die Ruhr mit den unterschiedlichsten Brücken überquert habe.

Viele unterschiedliche Wege nahm ich unter meine Pneus.

An einem super schönen „Rastplatz“ nahm ich auf einem kleinen Hügel montierten Stuhl Platz und genoss zusammen mit meinem Bike den wunderschönen Ausblick auf die Ruhr, die an dieser Stelle durchzogen von Steinbänken war auf denen Gänse es sich gut gingen lassen. Das Wasser strömte um die Steine herum und plätscherte zur absoluten Entspannung an Uferböschungen. Traumhaft schön. So schön ruhig…

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…bis zwei Radler mich, von dem knapp 20 Meter entfernten Radweg, von dem ich auch zuvor aus der Gegenrichtung gekommen bin, entdeckten und sich beide sehr darüber gefreut haben mein Heckschild zu sehen. Die beiden stellten ihre Räder ab und kamen zu mir.

Wir unterhielten uns übers Radfahren. Sie machten Fotos von dem tollen Ausblick und zogen nach wenigen Minuten weiter.

Jetzt kann ich die Ruhe genießen.

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…bis dann eine 6er- Radtruppe lauthals und auch sichtlich erfreut über den Rastplatz, die Räder vorne abstellten und zu mir kamen. Schön unterhalten haben wir uns übers Radfahren, ein Gemeinschaftsfoto habe ich von den Reisenden vor dem Wasser gemacht. Toll solche Begegnungen und nette Menschen zu treffen. Kurze Zeit später verabschiedete ich mich und fuhr weiter.

An einer Wegesgabelung hielt mich ein älterer Herr mit hölzernen Gehstock an und klärte mich über den von mir gewählten Weg auf. Dort darf auf alle Fälle nicht längs. Dort besteht der Weg nur aus groben Schottersteinen und es wäre zu steile Anstiege. Mit dem Rad und dem Gepäck komme ich nur schiebend voran. (davon wusste aber mein Naviki nichts und wollte mich dort lang führen…erstmalig). Die von ihm beschriebene Richtung schlug ich ein, denn schieben will ich nicht, und fuhr ein gewissen Teil zurück. Ich gehe mal davon aus, dass dealte Man recht hatte, denn zumindest gab es auf dem Weg kein Schotter. Gute Anstiege gab es aber hier. Wer weiß, wie die anderen gewesen wären.

An der kleinen Dorfkirche in Ostwig mit einem plätscherten Brunnen davor wollte ich mein Esszimmer wieder etwas bewegen, um mir Energie für die noch verbleibenden Kilometer zuzuführen. Noch vorher ein Foto und zack wurde ich von einem Bewohner vom gegenüberliegenden Haus angesprochen, ob er nicht für mich ein Foto machen sollte (ich war schneller)

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In Windeseile kam er aus seinem Vorgarten zu mir, schüttelte mir die Hand und wir unterhielten uns. Auch übers Radfahren, aber mehr doch über alle anderen Dinge des Lebens. Er bot mir sogar an die Trinkblase neu zu befallen. Ich wollte nicht. Dennoch mal so richtig nett. So etwas kenne ich aus Duisburg nicht. Auch er wollte mir den Weg zeigen, doch diesmal hörte ich lieber auf mein Navi. Durch die tolle Unterhaltung wollte ich dann doch nicht mehr an diesem Ort die Speise zu mir nehmen. Nah der Verabschiedung radelte ich weiter den nächsten (von gefühlten ganz vielen…und noch mehr) Anstieg hoch und entdeckte eine Bank, die wie für mich gemacht war.

Hier konnte ich mein von zu hause mitgebrachtes (Achtung: der Name ist kein Scherz) Biker-Müsli mit dem soeben gekauften Orangensaft zu mir nehmen. Der eine oder andere denkt sich jetzt bestimmt…wie jetzt? Der nimmt sogar ein Müsli mit auf Reisen? Warum das denn? Ganz einfach…überall sorglos essen, ohne ewig nach einer passenden Möglichkeit zu suchen und viel Zeit dafür verstreichen zulassen.

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Lecker war´s und gab mir die nötige Energie, um die verbleibenden 30 Kilometer zu ertrampeln.

Die heute Tour, die mich sehr stolz und glücklich macht, lässt sich so zusammenfassen:

Von allem mehr

  • mehr Kilometer
  • mehr Anstiege
  • mehr Höhenmeter
  • mehr Begegnungen
  • mehr Unterhaltungen
  • mehr grün
  • mehr Ruhr
  • mehr Brücken
  • mehr Anstrengung
  • mehr Berge
  • mehr Kurven
  • mehr Wege
  • mehr Hunger
  • mehr Bundesstraßen
  • mehr Konzentration
  • mehr getrunken
  • mehr geschwitzt
  • mehr Freude und Stolz

Apropos Freude…Ein kleiner Vorgeschmack auf morgen…die nächste Etappe wird von Winterberg zum Edersee gefahren. Warum das eine Freude wird, kannst Du am 4. Tag hier in meinem Blog lesen. Würde mich freuen, wenn Du hier wieder vorbei schaust.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Kommentare können gerne eingetragen werden.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

16.08.2016

D2D Tag 4/13 (mein lieber Freund)

Start: 10:06 Uhr
Tageskilometer: 89,41 Kilometer
Tourenkilometer: 308,83 Kilometer
Fahrzeit: 06:34:39
Höhenmeter: 536 hm
Etappenziel: Fritzlar

Als ich damals meine D2D-Challange geplant hatte und mir die Gesamtstrecke auf der Karte angeschaut habe, fiel mir auf, dass Fritzlar so fast auf dem Weg liegt. Mit dem Ort gibt es schöne gedankliche Verbindungen. Unmittelbar in der Nähe liegt der wunderschöne Edersee, eingebettet von einem tollen Wald – den Kellerwald. Hier wohnt Peter, ein lieber Freund.

Eine Idee war entstanden, dass ich während meiner Reise Peter besuche. Ein Anruf bei ihm und die Sache war geritzt. Ursprünglich sprachen wir darüber, dass eine Abholung am Edersee seinerseits und dann eine gemeinsame Weiterfahrt nach Fritzlar stattfindet. Um so näher meine Reise kam, entpuppte sich die ursprüngliche Idee in eine komplette Etappenbegleitung. Wow!!!

Eine riesen Freude für uns zwei, schon weit im Voraus meiner Tourenplanung.

Heute ist nun der Tag meiner Tour gekommen, an dem Peter mich von Winterberg nach Fritzlar auf seinem Fahrrad begleitet. Damit das auch funktionierte, musste er erst einmal zu meinem Startpunkt gelangen. Für Peter nichts einfacheres als das, dass er direkt mit dem Rad zu mir nach Winterberg kommt.

Er startete um 06:00 Uhr um pünktlich um 10 Uhr bei mir zu sein. Jetzt muss man noch erwähnen, dass die Entfernung zwischen diesen beiden Orten zwischen 70 und 90 Kilometern beträgt und viele Anstiege beinhaltet. Je nachdem welche Route man wählt. Er wählte die kürzere und, die auch die gemeinsten Anstiege hatte. War er doch tatsächlich eine viertel Stunde vorher am Hotel in Winterberg.

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morgendliche Stimmung…eingefangen von Peter auf dem Weg nach Winterberg

Nach der herzlichen Begrüßung, einem Pott Kaffee für Peter und der mittlerweile täglichen   Beladungsaktion meines Bikes, sind wir dann los – gemeinsam auf meine vierten Etappe gestartet. Was für ein Knaller. Nicht nur, dass wir uns schon eine Weile nicht mehr gesehen haben, sondern auch das ich mal die Gelegenheit hatte mit Peter zusammen zu radeln. Tolles Erlebnis.

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Unser erstes Ziel – mein Wunsch, da ich es am Vortag nicht mehr geschafft und gewollt hatte – die Ruhrquelle. Diese stand auf jeden Fall auf meinem Programm von Anfang an. So machten wir uns auf den knapp 2,5 Kilometer langen Weg zur Quelle.

Ganz versteckt und wunderschön gelegen in einem Waldgebiet entspringt der Fluss, der mich die letzten Tage zum größten Teil begleitet hat. Unvorstellbar, dass aus diesem kleinen Rinnsal einmal ein Fluss wird. Unser Quellenbesuch wurde von weiteren Besuchern begleitet. Klar, dass ist ja auch etwas besonderes, den Ursprung des neuen Lebens zu sehen. Es wurden Fotos gemacht, sich nett Unterhalten und Grüße nach Dresden überreicht. So darf ich doch auf jeden Fall nicht vergessen, die Gerda zu grüßen, die kommt nämlich daher… 🙂 ;-):-)  so wurde mir es mitgeteilt 🙂 😉 🙂

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Nach dem uns das Naturschauspiel uns zu aufregend wurde machten wir uns auf nun folgenden Weg nach Fritzlar. Peter übernahm die Navigation weiter gen östlicher Richtung.

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Während der gemeinsamen Fahrt – die viele rasante Abfahrten, einige Anstiege und vor allem sehr abwechslungsreich und landschaftlich wunderschön war – unterhielten wir uns über alles mögliche – schließlich hatten wir uns eine Menge zu erzählen. Das war richtig schön. Dazu noch die – ich wiederhole mich gerne – wunderschöne Landschaft. Sensationell!

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An einigen Stellen – nicht auf sehr vielen – hatte die Telekom mich verlassen und mir als Beweis oben links auf meinem Smartphone „Kein Netz“ angezeigt. Na hoffentlich passiert es nicht in den nächsten Tagen. Verlasse ich mich doch auf der gesamten Route auf das mobile Funknetz. 

Die Fahrt verlief wie im Fluge und wir konnten am Edersee – einer der schönsten Gegend überhaupt (muss man gesehen haben) – uns mit Kuchen und Kaffee stärken, um die restlichen 30 Kilometer zu bewältigen. Das ich jetzt hier bin – und zwar mit dem Fahrrad – ist schon was ganz Besonderes für mich. In der Vergangenheit hatte ich mir dazu ein Auto  ausgeliehen, um hierher zu gelangen.

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Mit einem weiteren Streckenrekord von 89,41 Kilometern stoppte ich dann die Uhr nach guten sechseinhalb Stunden vor dem Hotel Kaiserpfalz in Fritzlar. Mein großes Highlight auf der gesamten Tour – gemeinsam mit meinem lieben Freund Peter zu radeln und einen wundervollen Tag zu genießen – war nun abgeradelt und ich kann wieder ein Stückchen mehr stolz auf mich sein.

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Bei einem leckeren und von seiner Frau selbstgekochten Abendessen konnten wir das Erlebte Revue passieren lassen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Ganz lieben Dank nochmal dafür.

Da ich gestern Abend Schwierigkeiten hatte mit der Technik und ich heute morgen erst dazu kam, diesen Blog von gestern zuschreiben, muss ich jetzt „heute“ schreiben, meine aber damit morgen, also heute. 🙂 Na wie auch immer, am heutigen Mittwoch habe ich fahrfrei, oder aber auch Pause genannt. Einige schöne Fotos füge ich noch später hinzu, wenn ich wieder eine bessere WLAN-Verbindung habe. Das dauert mir jetzt zu lange. Für ein Bild bis zu 10 Minuten Wartezeit.

Schaue mir jetzt ein wenig Fritzlar an und werde heute Nachmittag eine kleine Runde mit Peter Laufen – um die Beine ein wenig zu lockern. Das muss sein, denn schließlich haben sich unsere Wege übers Laufen gekreuzt. Darauf freue ich mich schon sehr.

Wie groß die Laufrunde dann wurde, zeige ich morgen in meinem neuen Blog.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Kommentare können gerne eingetragen werden.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

17.08.2016

D2D Tag 5/13 (Pausenzeit)

Start: 0
Tageskilometer: 0
Tourenkilometer: 0
Fahrzeit: 0
Höhenmeter: 0
Etappenziel: Pause in Fritzlar

Kleiner Rückblick:

Bevor ich meine große Reise gestartet hatte, fiel mir an meinem Rad, bzw. an der Gabel ein Geräusch auf, welches zu 100% nicht dahin gehört. So habe ich mich noch 2x vor Beginn gekümmert und ließ ein Fachmann ran. Mit dem Ergebnis, dass nichts sei und
meiner Reise nichts im Weg steht. Auch meine Bitte eine Probefahrt zu machen, gab kein anderes Ergebnis.

Nur zu doof, dass da definitiv was ist. Mein vorher 10 Jahre genutztes Gudereit Rad gibt
nicht solche Geräusche von sich.

Da ich heute eh Fahrpause habe, bietet sich doch hervorragend an, dass sich hier in
Fritzlar erneut ein Zweiradmechaniker sein Ohr an die Gabel hält. Im Vorfeld hatte ich mit Peter ein Kontakt zu einem Schrauber hergestellt. Spontan haben die auch Zeit und konnten sich meinem Problem annehmen. Die Probefahrt eines Mechanikers hat
glücklicherweise ergeben, dass nur mein vorderes Kunststoffschutzblech bei unebenen Wegen anfängt zu vibrieren und daher die Geräusche kommen. Es ist also alles in Ordnung und meiner weiteren Reise steht nichts im Wege. Mein großer Dank für die spontane Hilfe geht an das Team von http://www.zweirad-stehl.de.

Den Vormittag habe ich ganz entspannt in Fritzlar verbracht und habe mir das Städtchen angeschaut. Ein kleiner Rundgang an der Stadtmauer entlang, mit Blick auf die alten Wehrtürmen und den wunderschönen Fachwerkhäusern sind schon echt faszinierend. Für einen kurzen Besuch war ich im St. Petri-Dom zu Fritzlar.

Am Marktplatz – gegenüber vom Brunnen – gab es ein leckeres Mittagessen für mich. Unterm Strich Entspannung pur und einfach nur schön. Ein paar Eindrücke habe ich von meiner kleinen Besichtigungstour mitgebracht und hier eingefügt.

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Eine sehr angenehme Mittagsmüdigkeit holte mich nach dem ausgedehnten Spaziergang und leckeren Essen ein. Ich entschied mich ins Zimmer zu gehen und habe mal genüßlich für 1 Stunde die Augen zugemacht. So kleines Schläfchen tut echt gut…und hey wofür ist denn Urlaub da 😉

Für den Nachmittag stand ein gemütlicher Lauf mit Peter im Programm. Kurz vor 16 Uhr war lief er auf der Straße des Hotels „über die Ziellinie“. Nach einer kurzen Absprache des Weges liefen wir dann gemeinsam los.

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Eine Ewigkeit ist es her, dass ich das letzte Mal laufen war. Um genau zu sein, war es am 21.06.diesen Jahres. Lang lang ist her. Dennoch wollte ich unbedingt heute laufen. Selber traute ich mir knapp 10 Kilometer zu.

Auf den ersten Metern wunderten wir uns beide, dass wir doch recht zügig unterwegs sind. 5er Schnitt zeigt meine Uhr an. Darauf drosselten wir das Tempo.

Wir unterhielten uns über Gott und die Welt, blieben kurz hier stehen, verweilten etwas länger auf der einen Brücke, etwas länger auf der anderen Brücke und liefen kreuz und quer durch Fritzlar.

Am Ende steht etwas mehr als 8,5 Kilometer auf dem Tacho und ich bin sehr zufrieden.

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Auch wenn es bei dem einen kleinen Anstieg mit Gehpausen verbunden war, bin ich doch sehr zufrieden. Der gemeinsam Lauf mit Peter hat mir richtig Spaß gemacht. Vielen Dank Peter, für den schönen Nachmittagslauf.

Nachdem wir uns vor dem Hotel verabschiedet haben, ist Peter wieder nach Hause gelaufen. So müsste er ungefähr auf eine komplette Distanz von ca. 22,5 Kilometer gekommen sein. Wie sagt er doch so schön…“Kurzdistanz“ 🙂

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Gleich gehen wir noch gemeinsam zu dritt im Brauhaus essen und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Energiezufuhr für meine morgige Fortsetzung der D2D-Challange nach Dresden. Damit geht ein wunderbarer Pausentag in Fritzlar zu Ende. Ab morgen wird jeden Tag – ohne extra Pause – bis nach Dresden geradelt. Meinem Ziel komme ich immer ein Stück näher. Ich freu mich sehr darüber.

Als kleinen Ausblick für morgen…das nächste Ziel heißt Eschwege. Was mich dorthin so alles erwartet, kannst du gerne morgen Abend (…vorausgesetzt Technik und so…) hier lesen.

Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog.

Ich wünsche Dir einen schönen Mittwochabend und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

18.08.2016

D2D Tag 6/13 (Oh man!)

Start: 09:23 Uhr
Tageskilometer: 98,50 Kilometer
Tourenkilometer: 407,33 Kilometer
Fahrzeit: 06:34:50
Höhenmeter: 813 hm
Etappenziel: Eschwege

Warum schreit mich eigentlich der Wecker so an? Was soll das denn? Irgendeiner hat mir den auf 6 Uhr gestellt. Oh man! So langsam beim dem dritten Klingeln erinnerte ich mich an zwei Dinge. Zum einen muss ich derjenige selbst gewesen sein und zum anderen gibt es Frühstück ab viertel vor sieben in der Kaiserpfalz.

Um 7 Uhr betrat ich den Frühstücksraum. Wenn die jeweiligen Häuser beim Frühstück es her geben, dann wähle ich gerne 2 Körnerbrötchen mit Belag, eine Schale Müsli, 1 Ei und Kaffee aus. Gibt mir genügend Kraft und Energie für den Tag. So auch heute – bis auf die Körnerbrötchen.

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Nach der Stärkung zurück ins Zimmer, Taschen gepackt und mich radfertig gemacht. Als ich mit Sack und Pack das Zimmer verließ, entdeckte ich zu meiner Rechten Seite auf dem Flur eine Reinigungskraft für das Nachbarzimmer. Ein kurzer Gruß zum Morgen und ich stiefelte die Treppen hinunter. Nach einigen Stufen wurde ich durch ein lautes Hallo hinter mir aufmerksam. Die gute Reinigungsfee hielt mir meine Kamera entgegen. Da habe ich doch tatsächlich eines der wichtigsten Utensilien liegen gelassen. Oh man! Mit großer Freude bedankte ich mich bei ihr und ging die Treppe weiter hinunter.

Das Fahrrad war komplett gesattelt, ich habe ausgecheckt und schob die ersten Meter den Weg des Hotels mein Rad. Auf der Straße gab ich nun die für heute wichtige Adresse in mein Navi ein.
Es gibt zwei Möglichkeiten zur Fahrt. Eine ist 62 Kilometer lang, die andere 95 Kilometer. Die erste hat viele aggressive Anstiege, die letzte eher moderat. Schwere Entscheidung. Ich meine die geringeren Kilometer reizen ja schon, aber der extreme Höhenunterschied nicht so wirklich. Sollte ich dennoch eine große Distanz fahren?

Nach langem hin und her entschied ich mich für die große Distanz. Bin ich doch nicht wirklich so der Bergfahrer. Große Distanzen lassen sich da eher bewältigen.

Dennoch blieb ein nicht gutes Gefühl im Bauch übrig. Was soll’s…irgendwie muss ich ja losfahren. Wenn es Zuviel wird kann ich das Navi immer noch neu auf eine andere Strecke einstellen.

So startete ich kurz vor neun die Gießener Straße entgegen der Fahrtrichtung abwärts. 20 Meter weiter fiel mir ein, dass ich diesmal kein Ich-bin-fertig-und-abreisebereit-Foto gemacht hatte. An der Kirchenmauer holte ich es nach.

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Durch sämtliche Straßen von Fritzlar führte mich mein Navi aus der Stadt raus. Frisch war es. Sehr frisch mit 6 Grad. Den Pulli habe ich dennoch aus guter Erfahrung ausgelassen.

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Bei Kilometer 6 Komma Irgendwas machte ich einen Systemcheck auf allen ablesbaren Displays. Dabei fiel mir auf, dass ich meine Uhr zur Aufzeichnung der heutigen Tour überhaupt nicht gestartet hatte. Oh man!

Habe mir mal zur Sicherheit ein Foto vom Tacho gemacht, falls ich es nach Tourende vergessen sollte was da stand. 6,88 Kilometer müssen auf jeden Fall am Ende hinzugerechnet werden. Komplett online folgte ich dann meinen Navi.

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Etwas später kam eine neue Ortseinfahrt, wovon ich den Namen erst später erfahren sollte. Zur rechten stand eine Kirche, die musste ich knipsen. (Ein Hinweis: eigentlich hätte ich die Aufnahme dann später wieder gelöscht, da sie nichts geworden ist…aber…) Plötzlich hupte es von vorne. Da ich hier nur durchfahre, konnte ich nicht gemeint sein. Es hupte erneut und ich hörte meinen Namen rufen. Peter war es. Er war gerade auf dem Rückweg einer Dienstreise und fuhr gerade durch diesen Ort. Was für ein schöner Zufall. Ein gemeinsames Foto und ein kurzes Gespräch durften nicht fehlen. Dann sind wir beide unsere Wege gefahren. Diesen Ort Gudenberg habe ich hinter mir gelassen und folgte „gehorsam“ den netten Ansagen der elektronischen Helferin auf meinem Lenker.

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Sehr beeindruckt bin ich von dieser wundervollen Landschaft hier. Die ganzen goldenen Felder mit den typischen Strohrollen darauf, diese Hügel, diese satte grün der Wälder und diesen – an manchen Stellen – Weitblick zum Horizont. Einmalig schön. Wenn man mal stehen bleibt und diese Ruhe und diese Eindrücke in sich aufnimmt, was besseres kann einem doch noch nicht widerfahren. Tiefenentspannung pur!

Ein kleines Potpourri meiner nicht zeitlich sortierten Eindrücke…

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Bei einigen Ortsdurchfahrten säumen sich am Straßenrand Fachwerkhäuschen in unterschiedlicher Optik. Das ist so schön anzusehen…ich könnte jedes Haus aufnehmen.

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Das schlechte Bauchgefühl wegen dieser Strecke hielt noch weiter stand, weil ich echt nicht wusste was an Anstiegen auf mich zukommt. So radelte ich immer weiter und wartete auf den Knallerabschnitt.

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Einmal gab es eine Fehlinfo vom Navi. Hinter Waldkappel wird wohl eine neue Autobahn gebaut und die ursprünglichen Wege existieren nicht mehr. Einige Hundert Meter durfte ich deshalb einmal hin und wieder zurück fahren. Was soll´s, ist nicht weiter schlimm gewesen.

Eine sehr lange Zeit konnte ich dem sog. Herkules – Wartburg – Radwanderweg folgen. Vorbildlich ist dieser ausgeschildert und lässt sich ganz toll fahren.

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Die verbleibenden Kilometer wurden immer kleiner, die verbleibende Zeit zum Ziel wurde immer geringer…das fuhr sich richtig gut. Dann gab es nur noch 10 Kilometer und rückblickend kein Knaller. Demnach war mein schlechtes Bauchgefühl total unbegründet.

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habe ich doch nur dieses Ortseingangschild gefunden

Eschwege ist greifbarer Nähe und ich setze zum „Landeanflug“ an. Gänge runter, Bremsen, Systemcheck…die Landebahn war ein wenig holprig – haben die da doch tatsächlich Kopfsteinpflaster verlegt. Leider waren die Endpositionsleuchten mit Efeu zu gewuchert, dass ich nicht auf Anhieb meine Zielstation entdeckt habe. Erst als ich die Straße runter und wieder umgekehrt bin, sah ich mein Ziel genauer. Es befindet sich mitten auf einer belebten Straße.

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Anmeldung erfolgreich, Taschen abmontiert, Fahrrad in einem separaten Raum untergestellt und abgeschlossen. Nach der Anmeldung und Zimmervergabe, nahm ich meine Taschen – im wahrsten Sinne des Wortes  unter den Arm und betrat das Zimmer. Ein Blick auf meine Uhr verriet mir, dass ich diese nicht gestoppt hatte. Oh Man!

Donnerstags gibt es hier in dem Haus immer Schnitzeltag. Das ist genau das richtige heute. (Hatte ich zwar gestern im Fritzlarer Brauhaus auch schon, aber wen stört es?).

Ich hatte noch Zeit bis 18 Uhr (Startschuss zum Schnitzel essen) nach dem Duschen und umziehen gehabt und nutzte diese, um mir ein wenig diese Stadt hier anzuschauen. Erstaunlich viel los. Buntes treiben. Viele Menschen sitzen draußen in Restaurants und Cafés und genießen das traumhafte Sommerwetter. Beim eintreffen konnte ich das nur so am Rande wahrnehmen, da ich mich auf mein Ziel konzentrieren musste.

Mir gefällt diese Stadt Eschwege sehr gut. Die Werra verläuft außerhalb der Stadt vorbei, demnach viel Wasserflächen, alte Wehrtürmchen, die Fachwerkhäuschen…einfach nur schön hier. Schon schade, dass ich hier nur kurz verweilen werde.

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Das Essen (Kartoffelsuppe, Hessisches Rahmschnitzel und ein Erdbeer-Tiramisu) waren sehr lecker und alles in allem günstig gewesen.

Das war meine 6. Etappe…und wieder ein Stück näher dran.

Es folgt auch kein Oh Man mehr 🙂

Morgen fahre ich nach Mühlhausen in Thüringen. Dazu gibt es dann auch wieder ein Blog.

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hier fehlt das Stückchen von Fritzlar bis Gudensberg

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Kommentare können gerne unten eingetragen werden.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

19.08.2016

D2D Tag 7/13 (ganz kurz)

Start: 09:10 Uhr
Tageskilometer: 48,52 Kilometer
Tourenkilometer: 455,85 Kilometer
Fahrzeit: 03:19:06
Höhenmeter: 331 hm
Etappenziel: Mühlhausen/Thüringen
  • Ganz kurz die heutige Kleiderwahl bei 11 Grad Starttemperatur
  • Ganz kurz die heutige Distanz
  • Ganz kurz über die Grenze von Hessen nach Thüringen gefahren
  • Ganz kurz eine alte Bahnstation mitten im Wald entdeckt
  • Ganz kurz im Vorbeifahren sehr viel Apfelbäume gesehen
  • Ganz kurz vorbeigefahren
  • Ganz kurz den Schwanensee besucht
  • Ganz kurz über die Werra gefahren
  • Ganz kurz bei einer Quelle angehalten
  • Ganz kurz der heutige Blog
  • Ganz kurz einpaar Bilder von heute

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Kommentare können gerne unten eingetragen werden.

Morgen kommt der 8. Tag nach Elxleben an der Gera. Wer Lust und Zeit hat, kann gerne wieder hier vorbeischauen.

Ich wünsche Dir einen schönen Freitag und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

20.08.2016

D2D Tag 8/13 (Mitte)

Start: 09:43 Uhr
Tageskilometer: 62,58 km
Tourenkilometer: 518,43 km
Fahrzeit: 04:11:54
Höhenmeter: 222 hm
Etappenziel: Elxleben in Thüringen

Nachdem die gestrige Etappe und auch der Blog recht kurz ausgefallen ist, konnte ich die Zeit optimal nutzen und mir die Stadt Mühlhausen anschauen. Meine jeweils besuchten Städte auf meiner Reise haben alle einen gewissen Charme. Allein schon wegen der ganzen Fachwerkhäuser. Ich kann mich nicht daran satt sehen. So schön sind diese anzuschauen. Es ist ja bekannt, dass die damaligen Bauherren über der Eingangstür oder an anderen sichtbaren Stellen das Datum hinterlassen haben. Hier habe ich ein Haus entdeckt, dass trug die Ziffern 1529. Wahnsinn, oder? So alt ist es schon. Ganz toll.

Die Stadt Mühlhausen hat noch eine fast geschlossene Stadtmauer mit den jeweiligen Wehrtürmchen aus vergangener Zeit. Einige sind als Museum umgebaut worden und können besichtigt werden. Wie ich erfahren habe, ist damals  J. S. Bach hierher gekommen und hat in der Divi Blast Kirche seine Konzerte gegeben und auch hier gelebt. Ein gewisser Thomas Müntzer war wohl auch ein ganz großer damals gewesen. Angeblich soll auch hier der Mittelpunkt Deutschlands sein – gesehen habe ich diesen Punkt noch nicht. Eine sehr geschichtsträchtige Stadt ist das hier.

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Von dem ganzen schlendern durch die Stadt und Informationsflut bekam ich Hunger. In einer kleinen seitlich gelegenen Gasse entdeckte ich ein kleines Bio Café im Innenhof. Toll. Selbstgebackener Kuchen und leckeren heißen Kaffee.

Der Innenhof war ungefähr 5×5 Meter und auf sehr unebenen Rasen mit spontan hingelegten Steinen mit ein paar Stühlen und Tischen bestückt. Urige Atmosphäre. Ganz allein war ich dort. Ganz leise war es dort. Eine Stunde hatte ich noch bis 17 Uhr, dann schließt das Café seine Pforten. Reicht völlig aus um eine Kleinigkeit zu essen.

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Ich entschied mich für ein Stück Zebrakuchen und ein Stück Streuselkuchen und einen Pott Kaffee. Lecker. Schön, dass ich diesen tollen Platz gefunden hatte. Nach der Stille und Einsamkeit stürzte ich mich ins Getummel von Mühlhausen und gönnte mit ein alkoholfreies Weizen und beobachtete das bunte Treiben. Auch schön.

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Später im Hotel wurde ich von der vierundsiebzigjährigen (erfuhr ich später) Besitzerin mit einem Begrüßungsbierchen begrüßt. Das hatte ich auch noch nicht. Sie interessierte sich für meine Reise und so erzählte ich ihr einiges. Ihr Mann, der mich zuvor reingelassen hatte, hatte ihr es erzählt. Von ihr erfuhr ich auch, dass dieses Hotel zum Verkauf steht, da die Kinder und Enkelkinder kein Interesse am Hotel haben. Einmal im Jahr im August findet in Mühlhausen eine Kirmes* statt, dann ist immer alles ausgebucht. Wer Interesse hat ein Hotel zu besitzen…in Mühlhausen das Weinbergschlößchen steht eins. *wenn ich es richtig verstanden habe, dann bedeutet Kirmes hier in Thüringen, dass sämtliche umliegenden Orte und die jeweiligen Gesangs- und Schützenvereine verkleidet ein großes Straßenfest mit viel Musik geben. Die Parade durch Mühlhausen`s Straßen der einzelnen Vereine muss immer das absolute Highlight sein.

Ein … (Achtung Wiederholung) … Schnitzel mit Spiegelei und Bratkartoffeln ergänzten das Bierchen, welches auf’s Haus ging.

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Heute morgen gab es das erste Frühstück vorbereitet und kein Buffet. Es gab 2 Brötchen, Wurs“ch“t (wie man hier wohl sagt 😃), ein Ei unter einem Eierwärmer, selbstgemachte Marmelade und ’ne ganze Thermokanne Kaffee. Herrlich. Ein Brötchen habe ich nachbekommenen und konnte so die süßen Brotaufstriche probieren. Mmh…lecker!

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Gut gesättigt und einige Minuten der Verweildauer folgte was folgen muss…ich packte meine Taschen und machte mich radfein. Nachdem ich das Rad aus der Garage – die witzigerweise nur von innen vom Personal zu öffnen ging – packte ich es und fuhr los.

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Da ich gestern bei der Ankunft nicht mehr den Mittelpunkt von Deutschland gesehen hatte, entschied ich mich diesen – sofern dieser auf meinem Weg liegt – heute einen Besuch abzuhalten. Ein großes Stück der Strecke, welches ich gestern bereits schon hier her gefahren bin, führte mich Naviki zurück. An eine Abzweigung musste ich abbiegen und verließ die gestrige „Zielgeraden“. Knapp 10 Kilometer liegt dieser Punkt vom Hotel entfernt. Echt interessant am Mittelpunkt von Deutschland zu sein. Lange kann man sich dort nicht aufhalten – klar könnte man noch in ein Museum gehen, sich das sog. Opfermoor (was auch immer das ist anschauen – muss ich aber nicht), so machte ich mich wieder auf Tour, nächstes auf dem Weg liegende Zwischenziel Bad Langensalza.

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Die Wege dorthin sind wieder gesäumt von vielen Feldern und Obstbäumen. Was auf den griechischen Inseln die Olivenbäume sind, sind es hier die Apfel,- Birn,- und Pflaumenbäume die zum größten Teil frei und direkt am Wegesrand stehen. Paradiesische Verhältnisse für mich aus der Großstadt, wo ich doch solche Obststücke nur im Netz oder der gleichen beim Supermarkt kaufen kann. Klar gibt es auch Wochenmärkte, aber so frei in der Natur hat schon was. Eine Pflaume und einen Apfel musste ich gleich mal probieren. An die Birne kam ich nicht ran, war zu hoch. Die Pflaume zuckersüß, der Apfel noch sehr sauer, dennoch lecker. An einer Stelle der Strecke gab es sogar noch den typischen Plattenbau auf den Straßen. Hat gut gerappelt 🙂 an jeder Stoßkante.

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Um in Bad Langensalza reinzufahren, lotste mich Naviki über die B247 – eine Straße wo stellenweise die 70 km/h aufgehoben wurde. Das hieß also für mich höchste Konzentration und immer Blick auf die seitliche weiße Begrenzungslinie. Auf dieser Straße  wehte dazu noch ein sehr böiger Seitenwind von rechts. Da kommt schon einiges zusammen, zumal auch die vorbei fahrenden Autos auch noch etwas Wind hinter sich herziehen. Aber alle Autofahrer haben brav Abstand von mir genommen und so konnte ich  den seitlichen Winden mein ganze Kraft entgegensetzen. Windanfällig ist mein bepacktes Rad geworden, die Packtaschen hinten geben eine gute Angriffsfläche. Nun ja, die knapp 7 Kilometer gingen auch zu Ende und ich konnte links abbiegen und in die Stadt einfahren.

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Einmal quer durch mit dem Rad, nicht lange aufhalten, sondern einfach mal schauen. So dachte ich. Bis zum Rathaus mit Glockenspiel und Brunnen davor bin ich gekommen. Auch hier wieder viele Menschen unterwegs, die sich die Stadt anschauten. Eine Reisegruppe – alle mit roten T-Shirts und die Sprecherin in Tracht gekleidet – stand gerade davor, denen ich versuchte schiebend auszuweichen. Auf einigen Sitzbänken saßen Menschen. Sehr voll hier. Ein auf der Bank sitzender älterer Mann hat mein vorne befestigtes Schild laut vorgelesen und meinte noch, dass die auch da her kommen. ich blieb stehen und fragte, ob er auch aus Dresden käme. Nee, aus Duisburg war seine Antwort. Die Verwunderung und Freude war auf beiden Seiten groß. Das ist ja ein Zufall. Aus Duisburg. Wir unterhielten uns ein wenig über meine Reise und woher er und seine Frau genau kamen. Der Duisburger Norden, kurz vor Dinslaken ist deren Heimat. Hier in Bad Langensalza wird Urlaub gemacht, weil es hier so viel schöner ist als zu Hause.

Dieses Treffen fand ich so toll, das musste doch gleich – nachdem ich gefragt hatte – auf einem Foto festgehalten werden. Auf deren Fotoapparat bin ich auch verewigt worden. Das Foto hatte jemand für die beiden gemacht. Echt klasse so ein Treffen. Die beiden wünschten mir noch eine gute Weiterreise, ich denen noch ein schöne Zeit hier in der Stadt und wir verabschiedeten uns.

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Von hier aus programmierte ich mein Navi auf mein Etappenziel – Elxleben – ein. Interessanterweise finde ich, dass – egal durch welchen Ort (nicht Stadt) ich fahren durfte – ich habe immer das Gefühl dort herrscht Sonntag.

So auch hier in Elxleben. So gerade eben habe ich endlich wieder dieses typische gelbe Ortseingangschild entdeckt, welches ich natürlich mit einem kleinen Umweg knipsen musste.

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Unmittelbar danach war ich im Ort. Ein paar – wirklich nur ein paar – Häuser auf der linken Seite, noch wenigere auf der rechten. Welliges Kopfsteinpflaster die Straße. Meine Gedanken waren bei diesem Anblick, dass die ja immer kleiner werden meine zur Nacht bleibenden Ortschaften. Eine Kirchturmspitze zeigte sich und mein Kurs genau dorthin. Nach knapp 30 Meter weiter, meinte meine Assistentin, dass ich mein Ziel erreicht habe. Ah jetzt ja…ein Edeka und eine Apotheke. Halt stopp. Etwas weiter oben am Haus stand auch die Hotelbezeichnung, meine für diese Nacht. Uhr gestoppt.

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Die Anmeldung verlief unkompliziert und ich bekam den Zimmerschlüssel ausgehändigt. Für mein Fahrrad gibt es diesmal sogar eine abgeschlossen Tiefgarage. Frühstück ist von 8-10 Uhr und ab 18 Uhr macht die Terrasse und das Restaurant auf. Alles bestens soweit.

In der Tiefgarage steht ein ganz toll hergemachter alter Hanomag-Traktor. Der hat bestimmt schon einige Jährchen auf dem Buckel und so das eine und andere Feld befahren.

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In zivilen Kleidungsstücken machte ich mich auf, um den Ort besser kennen zulernen. Lohnte leider nicht. Hier ist nichts, aber absolut nichts. Auch keine schönen Häuser oder dergleichen. Doch halt…es gibt eine kleine Bank, eben diese Kirche von vorhin und ein Elxlebener Stübchen – welches durchgängig geöffnet hat und nur 100 Meter vom Hotel geradeaus sich befindet. Ein Grund dort mal einen „Spaziergang“ hin zu machen. Tatsächlich es war geöffnet. Ein kleiner Biergarten (da saßen und aßen sogar weitere Menschen). Es gibt hier doch welche 🙂

Bevor ich das Zimmer für den ausgedehnten – was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste verließ – zeigte sich der Himmel schon recht zugezogen – immer mehr Wolken.

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Dieser Anblick hatte dann auch, unmittelbar nachdem ich mich in dem Biergarten des Stübchens hingesetzt hatte, Taten sprechen lassen und es fing an zu regnen. Ein Plätzchentausch nach drinnen war die Folge. Ich bestellte mir eine große Thunfischpizza und ein alkoholfreies Weizen. Ein weiteres alkfreies folgte und ich zahlte am Ende 10,20 Euro! Extrem günstig würde ich mal so behaupten. So konnte ich doch zu einen die verbleibende Zeit gut nutzen und meinen ersten Hunger stillen.

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Ich werde aber dennoch die Speisekammer dieses Hauses hier auch testen und gehe dort jetzt mal hin. Zum zweiten Essen gab es gerade eben ein Steak mit Würzfleich und Käse überbacken, dazu Pommes und Salat. Wie ich mir sagen ließ, sei dies wohl eine typische Thüringer Spezialität. Lecker war es auf jeden Fall.

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Ich werde das Gefühl nicht los, dass es sich hier um ganz schön viel Essen handelt 🙂 So ist mein Appetit riesig. Denke, dass dieses tägliche fahren – ob kurz oder länger – mir dieses unersättliche Gefühl beschert. Das schmeckt aber alles gut hier 😉

Ach ja…die WLAN-Verbindung hier im Haus hat ein Volumen von sage und schreibe 100 MB, dann gibt es eine halbe Stunde Zwangspause, dann wieder 100 MB usw. Dinge gibt´s! TZE! Demnach dauerte es heute auch etwas länger, bis dieser Blog online ist 😦  Dank der Telekom und einem vorhanden Hotspot konnte ich mir wenigstens durchgängigen Onlinezugang ermöglichen. Man muss sich eben nur zu helfen wissen.

Abschließend kann ich sagen, dass die heutige Tour wieder sehr schön, abwechslungsreich und unterhaltsam war. Was mir während der Fahrt eingefallen ist, ich bin mittlerweile durch Nordrhein-Westfalen, durch Hessen und jetzt in Thüringen mit dem Rad. Dies macht mich sehr glücklich und stolz zugleich.

Morgen fahre ich nach Weimar. Vielleicht hast Du auch morgen wieder Lust und Zeit meinen Blog zu öffnen, wenn es wieder heißt „mit dem Rad von Duisburg nach Dresden“.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Kommentare können gerne eingetragen werden.

Ich wünsche Dir einen schönen Samstagabend und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

21.08.2016

D2D Tag 9/13 (mit viel Gegenwind nach Weimar)

Start: 09:55 Uhr
Tageskilometer: 74,15 km
Tourenkilometer: 592,58
Fahrzeit: 04:55:33
Höhenmeter: 404 hm
Etappenziel: Weimar

Damit ich habe nicht gerechnet. So ein vielfältiges und großes Frühstück in dem Haus Elxleben.

Schön gemütlich um 8 Uhr habe ich mit dem sehr fürstlichen Frühstück begonnen. Im Hintergrund lief Radio Thüringen mit beschwingter Schlagermusik. Gute ich könnte mir besseres vorstellen, dennoch besser als keine Musik. Hatte ich auch schon auf meiner Reise gehabt.

Gestern Abend, als ich zum Elxlebener Stübchen rüber ging, fing es an zu regnen. Dieser Regen hielt sich tatsächlich einige Stunden. Von dem Regen waren heute morgen nur noch die Pfützen auf den Straßen zu sehen. Wobei der Himmel nicht wirklich freundlich aussah. Sollte ich vielleicht heute das erste Mal meine Regenklamotten benötigen? Diese Frage kann ich mir erst nach Beendigung der heutigen Etappe beantworten.

Auf dem heutigen Programm steht: Weimar. Seltsamerweise sind es nur etwas über 30 Kilometer von meinem Standort Elxleben. Seltsam deswegen, weil ich damals bei der Planung auf 47 km gekommen bin. Die 30er Strecke lohnt sich nicht das Bike aufzusatteln.

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Kurzerhand entschloss ich mich – man lese uns staune…ich habe auf eine Radkarte aus Papier geschaut – einen Umweg über Erfurt zu nehmen. Ja richtig, stand nicht auf dem Plan, aber ich kann auch spontan mal abweichen 🙂 Auf der Papierkarte habe ich auch gesehen, dass ein ausgeschriebener Radweg nördlich von Elxleben direkt nach Weimar führt. Primar, da habe ich doch die heutige Tour zusammen. Quasi über einen Umweg nach Weimar. Warum nicht?

So informierte ich meine Assistentin über mein heutiges ersten Tageswunsch. Sie war sogar noch für weitere aufnahmebereit. Perfekt. Da ich jetzt nicht wusste, wie ich Naviki auf diesen Radweg aufmerksam machen sollte, so habe ich einige Orte auf dem Weg als weitere Tagesziele eingetragen. Ganz ehrlich, habe ich das heute zum ersten Mal entdeckt, dass das überhaupt funktioniert. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole…Naviki ist schon klasse!

So fuhr ich Richtung Süden nach Erfurt. Mit dieser Stadt verbinde ich jetzt nichts weiteres, aber wenn ich schon mal hier bin, schaue ich da doch einfach mal vorbei.

Viele Wolken, viele große Wolken bot mir heute der Himmel. Dennoch alles trocken.

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Der Weg führte größtenteils an der Gera vorbei. An einer Stelle wird kräftig am Fluss gebaut und ich durfte eine großräumige Umleitung fahren. Umso näher ich an Erfurt herankam, wurden die Häuser im typischen Plattenbau immer mehr und höher. Einige sind schön schön bunt von außen angepinselt worden, andere sind einfach alt und grau.

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Vorbei an vielen kleinen Parkanlagen, die mit der Gera ein Erholungsgebiet für die Erfurter ist, denn es waren viele unterwegs, saßen im Rasen und genoßen das trockene Wetter.

Nicht nur die Größe, sondern auch wie die Stadt aufgebaut ist erinnerte mich doch stark an Hamburg oder noch besser an Berlin rund um den Alex. Nicht das hier diese typische Hafenatmosphäre herrscht, vielmehr waren es die Anordnungen der Straßen, die Weitläufigkeit, die Vielfältigkeit an Geschäften und Shops. Ich gehe mal davon aus, dass die komplette Innenstadt komplett renoviert wurde. Machte auf mich einen sehr schönen Eindruck. Sehr modern und dennoch irgendwie alt. Ist aber echt viel zu sehen. Hier muss ich unbedingt mit Sylwia mal hin.

Lange habe ich mich nicht aufgehalten, schließlich will ich noch woanders hin. Noch kurz am Bahnhof vorbeigeradelt. Danach fuhr ich raus aus der Stadt in östlicher Richtung um dann später in Richtung Norden auf den einen Radweg zu gelangen.

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Dieser Rad- und Wanderweg nennt sich Laura und es ist als Symbol eine alte Lokomotive zu sehen.

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Es war wohl mal früher eine Eisenbahnstrecke gewesen. Lässt sich auf jeden Fall gut fahren. Viele kleine Ortschaften haben ich durchfahren. Jedes hat ein kleine Kirche, die man schon gut am spitzen Kirchturm ausmachen kann. Ein paar Häuser wurden herum gebaut, eine Durchgangsstraße und das war es schon. Ort vorbei. Was mir aufgefallen ist, dass ich keinen einzigen Trabi gesehen habe. Irgendwie hatte ich gehofft gerade in den kleinen Orten solche historische Relikte zu sehen. Dafür gab es einen alten Bus. Auch schön.

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Einen weiteren Apfel musste ich mir heute wieder pflücken. Der war aber auch lecker. Viel besser, als der gestrige.

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In südwestlicher Himmelsrichtung braute sich sich ordentlich was zusammen. Ich denke, dass ich heute noch eine Regenfahrt haben werde. Der Wind nahm auch immer mehr zu. Dieser begleitete mich fast auf dem kompletten Laura-Weg. Stellenweise so starke Böen, dass ich nur noch mit 6-7 km/h dagegen halten konnte. Da bin ich doch im Sauerland noch 3 km/h schneller die Berge hoch gefahren. Das war heute echt ein anstrengendes Stück gewesen. Noch 8 Kilometer bis zum eigentlichen Etappenziel und es gab noch eine ordentliche Auffahrt. Es ging ja schon ab Kilometer 35 stetig nach oben, aber die letzten Kilometer bis auf 352 hm. Den Gegenwind nicht zu vergessen. Geschoben wird aber nicht. Dies würde einer Aufgabe gleichen. Aufgeben ist keine Option 🙂 So kämpfte ich mich da nach oben. Letztendlich kann ich immer wieder von mir behaupten, dass ich kein Bergfahrer bin.

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Das schöne ist ja nach jedem Anstieg, es geht auch wieder abwärts. Der Weg führte mich weg von der Straße auf Feldwegen. Die ersten Meter der Abfahrt waren nichts mit einfach rollen lassen. Extrem grobsteiniger Schotter lag da so rum. Mit vielen Fingerzügen an den Bremshebeln wich ich vorsichtig den Steinen aus und schlich mit der gleichen Geschwindigkeit hinunter wie hoch. Hatte ich bisher auch noch nicht gehabt.

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Auch dieser Weg endete mal und wurde ersetzt von diesen Platten als Bodenbelag, später dann in Kopfsteinpflaster. Nach der ordentlichen Buckelabfahrt mit viel Getöse durchfuhr ich noch einen Tunnel und dann in Weimar ein.

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Auf ein(mar) bin ich in Weimar 🙂

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Die ersten Eindrücke waren schon gigantisch. Solche großen alten Gebäude. Irre. Sowas mag ich unheimlich gerne. Diese alte Baukunst hat auf mich jedesmal was faszinierendes.

Noch einmal links und nochmal links und ich habe mein Ziel erreicht. Denkste! Da hat sich die elektronische Begleitung etwas vertan und schickte mich zu einem 3 Sterne Dorint Hotel. Soviel wusste ich auch noch, dass das nicht meins sein kann. Bin dennoch rein und fragte nach. Mein Namen kannten die nicht – war klar. Mit einer kleinen Wegbeschreibung in der Hand verabschiedete ich mich aus diesem noblen Schuppen.

Knapp 300 Meter weiter war dann auch mein gebuchtes Haus. Pension am Goethehaus, welches unten eine Eisdiele hat. Vor dem Haus saßen viele Menschen und schlemmten die eisgekühlten Süßspeisen. Der Weg zwischen den Sitzreihen und der Häuserwand war nicht breit gewesen. Etwas seitlich stellte ich mein Bike ab, stand irgendwie mitten im Weg – egal! Rein ins Haus und eingecheckt. Das Fahrrad kann ich im Innenhof unter einem Balkon abstellen.

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So schob ich das noch beladene Rad auf rotem Teppich durch den ganzen Flur des Hauses zum Innenhof und verschloss es mit den Schlössern.

Das Haus und das Zimmer macht einen sehr guten und sehr modernen Eindruck. Gefällt mir gut. Ich habe sogar einen großen Balkon, dieser welcher wo ich vor einigen Minuten mein Bike drunter gestellt habe.

Einen kleiner Spaziergang durch die bedeutende Stadt unternahm ich nachdem ich mich wieder in frischer Kleidung befand. Leider ist der Aufenthalt hier nur so kurz. reicht definitiv nicht. Soviel gibt es hier entdecken. Da reichen die wenigen Stunden nicht. Gut ich hätte ja auch die kürzere Strecke wählen können, dann hätte ich mehr Zeit hier gehabt. Radfahren ist auch schön 🙂

Aktuell ist hier Kunstfestival und viele Menschen füllen die Straßen und sitzen in Cafés. Vor dem großen Theater stehen die beiden wichtigsten und bekanntesten Bewohner dieser Stadt… Goethe und Schiller. Sehr große Skulpturen stehen dort und erinnern an diese prägende Zeit von damals. 3 Häuser neben meiner Unterkunft steht das Wohnhaus von Goethe. Ich habe gelesen, dass dieses wohl angeblich so erhalten wurde, wie er es damals vor 500 Jahre es verlassen hatte. Ist bestimmt super interessant, aber wie gesagt dafür benötigt auch bestimmt viel Zeit.

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Man merkt, das es kein richtiger Sommer ist. Wenn die Sonne mal rauskommt, ist es herrlich war, sobald diese wieder weg ist ist es – für mich – unangenehm frisch. Das wichtigste aber…es gab kein Regen und soll es auch nicht geben. Warten wir mal ab.

Den Umweg über Erfurt, den ich heut morgen gewählt hatte, war absolut kein Nachteil gewesen. Im Gegenteil war es wieder eine Bereicherung und Erfahrung mehr. Schließlich wäre ich vorher niemals auf die Idee gekommen, diese Stadt mal mit Sylwia zu besuchen.

Rückblickend kann ich wieder stolz auf auf eine wunderschöne 74 Kilometer lange Radtour blicken, die mir wieder die schönsten Seiten gezeigt hat. Die Routengrafik zeigt irgendwie das mathematische Wurzelzeichen 🙂

(nur die Internetverbindungen sind echt gruselig. Dauert alles extrem lange, bricht ab oder funktioniert nicht. Bitte seht mir es nach, dass ich um 23:30 Uhr keine Zeit und keine Lust mehr habe auf die hochgeladenen Fotos zu warten. Sobald ich morgen wieder online gehen kann, füge ich die noch fehlenden hier nach) (Nachtrag vom 22.08. … nun sind alle Bilder enthalten)

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mich morgen wieder auf dem Weg nach Gera begleiten würdest.

Ich wünsche Dir einen schönen Sonntagabend und verabschiede mich bis bald,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

22.08.2016

D2D Tag 10/13 (dunkle Vergangenheit)

Start: 09:07 Uhr
Tageskilometer: 95,20 km
Tourenkilometer: 685,08 km
Fahrzeit: 07:03:58
Höhenmeter: 960 hm
Etappenziel: Gera

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Unter steinernen Blick von Goethe könnte ich mein tolles und leckeres Frühstück genießen. Eine gute Grundlage benötige ich auch für heute, denn nach meiner digitalen Wegesfühererin gibt es wieder einige Höhenmeter zu bewältigen.

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So schön dieses Haus (meine derzeitige Unterkunft) auch eingerichtet ist, um so miserabeler ist das Mobilnetz. Unfassbar bis kein Netz. Noch nicht einmal das Grundnetz zum telefonieren war vorhanden. Dafür musste ich das Haus verlassen um mit meiner lieben Frau ein paar Wörter auszutauschen. Ohne Worte!

Das Rad konnte man hervorragend im Innenhof aufsatteln. Dann kam es zum zweiten Mal vor, dass mein Rad über einen roten Teppich gerollt wurde. Herrlich!

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Dieser Balkon war meiner

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Das erste Zwischenziel hat das Navi entgegen genommen und lotste mich über Kopfsteinpflaster aus der Stadt.

 

Nach etlichen vielen Anstiegen, über zum Teil Bundesstraßen, durch Wälder und einem Naturschutzgebiet hatte ich mein erstes Ziel nach gut 11 Kilometern und auf einer Höhe von 480 hm erreicht.

Zu diesem Zwischenstopp schreibe ich nur soviel: dunkle Vergangenheit in Buchenwald

Die anschließende rasante Abfahrt fegte wieder soviel Wind um meine Ohren und ins Gehirn, dass ich schnell wieder auf andere Gedanken kam.

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Die weiteren Radwege führten mich an der Ilm vorbei, auf dem Kirchenradweg, auf dem Mühlenradweg. Berg auf, Berg ab. Wobei ich eigentlich das Gefühl hatte, dass es heute nur bergauf geht. Erneut durch Wälder, an Feldern vorbei, durch kleiner Dörfer. Wunderschön ist es hier.

In Jena kam ich auch durch. Mein Energiebedarf war mittlerweile so enorm gewesen, dass ich mir ein belegtes Brötchen kaufen musste. Mach ich ja eigentlich nicht so gerne. Schon wegen dem Rad und Gepäck alleine draußen stehen zulassen. So suchte ich mir eine Filiale von Backwerk aus. Dort waren gerade keine Kunden, somit ist die Zeit recht kurz gewesen und ich konnte mein Rad gut sehen.

Danach folgten weitere Ortschaften, vorbei an Feldern über gute ausgebaute Radwege und Berg auf!

Und ich habe doch noch einen Trabi zu Gesicht bekommen, allerdings fahrend 🙂

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Der letzte Anstieg zum Hotel und endlich ist es geschafft. Sehr glücklich über diese doch sehr anstrengende Etappe bin ich. Hatte ich schon erwähnt gehabt, dass ich kein Bergfahrer bin und werde? Macht nichts. Wichtig ist, dass ich am jeweiligen Ziel ankomme, egal wie lange es dauert.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mich hier im Blog morgen wieder auf dem Weg nach Limbach-Oberfrohna begleiten würdest.

Ich wünsche Dir einen schönen Montagabend und verabschiede mich bis morgen,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

23.08.2016

D2D Tag 11/13 (Ruhe)

Start: 09:02 Uhr
Tageskilometer: 78,21 km
Tourenkilometer: 763,29 km
Fahrzeit: 05:48:43
Höhenmeter: 738 hm
Etappenziel: Limbach-Oberfrohna

Bevor ich den heutigen Tag beginne, muss ich einmal etwas klar stellen. Der bewegte Jürgen kann nicht richtig rechnen oder schreiben – was auch immer – er hat sich vertan. Es hat sich seit Beginn meiner Aufzeichnungen zur Reise ein Fehlerteufel eingeschlichen. Insgesamt bin ich 13 Tage unterwegs und nicht wie es vorher im Tageszähler da stand 12 Tage. Jetzt ist alles dementsprechend abgeändert und ich bin froh, dass es raus ist.

Gestern Abend habe ich im Hotel am Galgenberg köstlich zu Abend gegessen. Angefangen mit einem Markklößchensüppchen, gefolgt von einem Henkersmahl (hieß tatsächlich so /  ein Steak mit Rosmarinkartoffeln), danach folgte noch ein mexikanischer Double Burger und zum Abschluss gab es noch ein Apfelstrudel. Dann war mein Energiehaushalt wieder hergestellt und ich war satt. Das alles war verdammt lecker gewesen.

In diesem Hotel kommen sehr viele Monteure zur Nacht, wie ich heute morgen beim Frühstück erleben durfte. Da saßen ’se alle mit Sicherheitsschuhen und Arbeitshose. Wäre ja eigentlich auch egal, aber die waren doch recht laut gewesen. Da der Chef vom Haus, bediente selbst, nichts sagte, ignorierte ich auch den Krach.

Was ja auf alle Fälle erwähnt werden muss, dass Rad wurde in der Rezeption hinter Glastüren am Tag zuvor von Chef eingeschlossen. Dieser Bereich wird nicht mehr genutzt und ist alles im Anbau im Restaurant untergekommen, erklärte er mir. Somit kann ich behaupten, dass mein Rad im Glaskasten stand 😃 (mein Bike erlebt Sachen, gestern noch der roter Teppich, heute ein Glaskasten…echt Wahnsinn!)

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Das übliche, morgendliche Ritual folgte nun und ich war komplett radfein und startklar.

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Der heutige Weg nach Limbach-Oberfrohna war sehr kurzweilig, bergisch und teilweise wieder anstrengend (kein Bergfahrer und so) und wunderschön.

Ich durchfuhr heute ein kleines Örtchen nach dem anderen (wird erkennbar immer weniger Fachwerk) , weniger Felder, dafür etwas Wald, an alten leerstehenden Fabriken vorbei, an Bächen und Flüssen vorbei, auf dem Mutherweg, der Thüringer Städtekette und dem Muldenradweg. Bei jeder Ortsdurchfahrt kam mir der Gedanke, dass es heute Sonntag ist. Alles ruhig. Selbst wenn man an sichtbaren funktionierenden Betrieben vorbeifährt, ist nichts los. Ist denn heute vielleicht Sonntag?

Die unterschiedlichsten Anstiege haben es wieder in sich gehabt. Ich muss mir ernsthaft die Frage stellen, was ich unangenehmer finde, sind die Anstiege mit Kopfsteinpflaster oder die Anstiege mit Gegenwind? *Schulterzuck* sind bei beiden Anstiege enthalten. Diese verlangen mir immer alles von mir ab. Da wundert es mich doch sehr, dass ich von einem Rentner mit seinem sehr in die Jahre gekommenes Rad mit Torpedo 3-Gangschaltung überholt wurde. Liegt bestimmt daran, dass er die Strecke schon sein ganzes Leben abfährt. Egal! Ich bin auch oben angekommen. Zwar extrem langsam, aber oben.

Ganz toll finde ich es, wenn ich mich da hochkämpfe, schwitze wie Ochs und die Mücken in Augenhöhe vor meinen Augen umher schwirren. Der normale Reflex, wenn etwas vor dem Auge fliegt…richtig, man nimmt ein Hand und schlägt es mit einer Wischbewegung zur Seite. Jetzt mach das mal auf einer Bergauffahrt, wo man (ich) beide Hände am Lenker benötige. Irgendwie arrangierten sich die Mücken mit mir und flogen dann zu dritt oder viert gleichzeitig umher.

Ist aber auch klar, wenn ich da mit 4-5km/h hoch krieche, bestimmt ein sehr lustigen Gesuchtsausdruck habe, wollen die das natürlich von nächster Nähe sehen und haben es direkt den Freunden gesummt. Hach…das sind aber nur so Kleinigkeiten,  auf meiner wunderschönen Radreise.

Vielmehr muss ich erwähnen, wie schön ich es finde, die Ruhe zu genießen. Wenn ich im Wald bin, dann bleibe ich stehen und lausche dem nichts. Wunderbar! Es funktioniert auch irgendwo zwischen den Feldern…einfach still.

Zu beobachten, wie große Waldvögel sich mit leisen Flügelschwingen davon machen. Diese grüne Landschaft in sich aufnehmen. Keine Stressfaktoren. Den Fahrtwind in den Ohren spüren und das Gesurre der Kette zu hören. Die ganzen „wilden“ Tiere, wie Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen zu sehen. Heute gab es sogar Rehe (allerdings eingezäunt). Das Gefühl von Freiheit und Entdeckung – Wunderbar! Einfach nur Radfahren und genießen. So mag ich das.

Das vierte Bundesland bereise ich ab heute auch. So reiht sich nach NRW, Hessen, Thüringen nun auch Sachsen ein.  Ich finde das total super und macht mich sehr glücklich. Das vierte durchquerte Bundesland…und alle selbsterradelt. Hat schon was. Macht mich echt stolz.

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Bei dem heutigen Hotel in Limbach-Oberfrohna stand ich erst mal vor verschlossener Tür. Öffnungszeiten ab 17:30 Uhr stand da geschrieben. Mal gut, dass ich gegen 15 Uhr hier angekommen bin. Ein Anruf und das Problem war gelöst. Konnte einchecken und alles ist gut.

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Bei jedem Abendessen sind die jeweiligen Tagesstrapazen sofort wieder vergessen und ich freue mich über eine weitere Etappe, die ohne jegliche Problem abgefahren ist.

Mit diesen Worten endet mein heutiger Etappenbericht. Wenn er dir gefallen hat, dann kannst du ihn gerne mit anderen teilen und selbst auf „Gefällt mir“ klicken. Vielleicht hast Du auch morgen wieder Lust mich auf meiner Reise nach Freiberg zu begleiten.

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Vielen Dank für Dein Interesse an meinen Bewegungen und an meinem Blog. Kommentare können gerne eingetragen werden.

Ich wünsche Dir einen schönen Dienstagabend und verabschiede mich,

der bewegte Jürgen

Streckendetails

24.08.2016

D2D Tag 12/13 (erneutes Glück)

Start: 09:42 Uhr
Tageskilometer: 62,60 km
Tourenkilometer: 825,89 km
Fahrzeit: 06:30:35
Höhenmeter: 649 hm
Etappenziel: Freiberg

Wenn sich Menschen für mein Vorhaben interessieren, ist das schon toll. Wenn sich Menschen dann auch noch aus eigenen Stücken meinem Vorhaben anschließen wollen, sich extra vom Job frei nehmen , ist das schon Megaklasse.

Vor einigen Tagen kam mein Freund Peter nach Winterberg geradelt und hat mich auf dem Weg nach Fritzlar begleitet. Welch ein Glück.

Für den heutigen Tag hat sich Dirk aus der Com im Vorfeld angemeldet mich zu begleiten. Auf dem letzten Com-Treffen in Potsdam gab es ein erstes Treffen und vielleicht 15-20 Minuten die Möglichkeit, dass wir uns unterhielten. Um so größer war die Freude auf die Begleitidee von ihm. Erneutes Glück.

Wie passend, dass ich in dem Hotel in Limbach-Oberfrohna dieses Dekokissen gesehen habe.

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Ein Zeitpunkt, die Adresse waren dank der elektronischen Medien schnell ausgemacht.

Ich plante mein Frühstück extra früh, damit ich frühzeitig vor der ausgemachten Uhrzeit um 10 Uhr mit dem besatteln des Rades fertig bin. Es ertönte hinter mir eine Fahrradklingel. Dirk war 20 Kilometer zu mir hingeradelt und schon da und ich hatte gerade mal eine Tasche angehangen. Seit der Begrüßung unterhielten wir uns und waren sofort auf einer Wellenlänge.

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Das restliche packen des Rades verzögerte sich durchs quatschen ein wenig, dennoch konnten wir gemeinsam noch vor der geplanten Abfahrtzeit losradeln.

Während der Fahrt erzählte er mir von seiner erneuten Müritz-Umrundung, erst vom vergangenen Samstag. Was für eine großartige Leistung von ihm. Wir unterhielten uns übers Laufen, über die gute alte Zeit, über alles Mögliche. Wir unterhielten uns und unterhielten uns. Dirk kommt aus Sachsen und kennt sich bestens hier aus.